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Viel zu schnell klingelt der Wecker und ich höre nur ein Stöhnen von Misha und Draguna, schnell mache ich ihn aus und schleiche ins Bad. Nach dem Duschen gehe ich mit dem Handtuch bekleidet in unser Schlafzimmer, ich laufe zu unserer Tür und da steht schon die Tasche. Vorsichtig öffne ich sie und zum Vorschein kommt eine braune Bermudahose und ein graues schulterfreies Top mit goldenem Stern auf der linken Seite. Dazu gibt es braune Wildlederstiefel, natürlich kein echtes Leder, ich kombiniere dazu ein paar bunte Armreifen und meinen Strohhut. Nun sehe ich aus, als würde ich auf Safari gehen. Ob er das mit mir vor hat? Etwas nervös laufe ich die Treppe hinab, aber dort steht kein Castiel, suchend laufe ich durch die große Villa, vor der Haustür finde ich ihn dann endlich. „Guten Morgen, na wie hast du geschlafen?“ „Kurz aber gut, ich habe dich schon gesucht.“ „Ja entschuldige, ich hatte ein paar Probleme mit unserem Taxi, aber es sollte jeden Moment kommen.“ Keine Minute später fährt ein Taxi auf den Hof und wir steigen hinten ein, nach einer Stunde sind wir in Darwin am Flughafen und haben eingecheckt. „Cas? Wo fliegen wir hin?“ Er grinst mich an und drückt mir den Kaffee in die Hand. „Wir fliegen nach Melbourne.“ „Was?“ „Schau nicht so, da ist etwas, was ich dir gerne zeigen möchte.“ „In Melbourne? Und das gibt es nicht auch hier?“ „Nein, nur dort oder in Neuseeland, aber das wäre dann doch etwas zu weit gewesen.“ Ich trinke verwirrt an meinem Kaffee und schaue ihn immer noch entgeistert an. „Du bist verrückt Cas.“ „Ich weiß, aber das magst du doch so an mir.“ Er drückt mir einen Kuss aufs Haar und zieht mich zum Gate, nach ein paar Minuten sitzen wir endlich wieder und ich kuschle mich in den Sitz. „Du kannst gerne schlafen ja? Viel verpassen wirst du nicht, immerhin weißt du ja jetzt, wo es hingeht.“ Müde nicke ich und mir fallen die Augen zu.

„Sasa, wach auf. Wir sind da.“ Ich reibe mir die Augen und gähne herzhaft, Castiel hält mir seine Hand hin und ich erfasse sie. Mit Leichtigkeit zieht er mich aus meinem Sitz und wir verlassen das kleine Flugzeug. „Wir müssen uns beeilen, wir sind etwas spät dran.“ „Es ist sechs Uhr Castiel, was sollten wir denn bitte verpassen?“ „Naja, das erste Spektakel verpassen wir leider, aber abends ist es umso schöner.“ „Ich verstehe gar nichts mehr aber ok.“ Grinsend läuft er neben mir her, bis wir wieder zu einem Taxi kommen. Er spricht so schnell, dass ich die Adresse gar nicht verstehe. „Wir fahren jetzt ungefähr eineinhalb Stunden und dann sind wir an unserem ersten Ziel.“ „So lang?“ „Ja, schlimm?“ „Nein, ich bin nur am überlegen, wohin du mich entführst. Ich meine wir sind ja schon am anderen Ende von Australien, wenn das so weiter geht, landen wir doch noch in Neuseeland.“ „Keine Sorge, wir bleiben auf diesem Kontinent.“ „Sag mal Cas, ich weiß dieses Thema passt jetzt vielleicht nicht so gut, aber es interessiert mich. Wie waren eigentlich die Sozialstunden?“ „Naja, wie es halt so ist, im Park Dreck aufzusammeln.“ Lachend streicht er sich ein paar Strähnen aus dem Gesicht, dann schaut er mich erst an. „Für dich hätte ich noch mehr in Kauf genommen, ich hoffe, dass du das weist.“ „Ja Castiel, das weiß ich, aber es muss auch nicht sein.“ „Das ist schon in Ordnung, aber ich war doch überrascht, dass du so zuschlagen kannst. Man muss ja wirklich Angst vor dir haben, wieso hast du dich dann damals bei Dakota nicht gewehrt?“ „Ich weiß es nicht, bei Rafael und dir…das war so eine pure Wut, all das, was er gesagt hatte. Auch, wie sie dich da dann weggeführt haben, in mir war einfach nur Hass.“ „Naja, es ist vorbei und wir sind den Kerl immerhin los.“ „Da wäre ich mir nicht so sicher, sehen werden wir ihn noch. Immerhin scheinen die beiden sehr glücklich zu sein, da würde es mich nicht wundern, wenn er nach Paris ziehen würde. Amber hat ja noch drei Jahre Schule, ich glaube kaum, dass ihm die Ferien reichen werden um sie zu sehen.“ Cas verdreht die Augen und schaut aus dem Fenster. „Wir sind da.“ Die Zeit verging wirklich wie im Flug, er steigt aus und öffnet mir die Tür. Wir stehen vor einem Natur Reservat, natürlich lese ich sofort ein bestimmtes Schild. „Ich darf nicht wirklich Koalas streicheln oder?“ „Doch und Kängurus, ebenfalls sehen wir noch ganz viele andere typische Tiere von diesem Land und sogar Tasmanische Teufel.“ „Oh Cas, das ist ja super.“ Ich falle ihm um den Hals und drücke ihn ganz fest, lachend erwidert er die Umarmung und streicht sanft über meinen Rücken. Dann lasse ich schnell und geschockt von ihm ab, fragend schaut er mich an. „Ich habe meine Kamera vergessen.“ Er öffnet seinen Rucksack und zieht meine geliebte Kamera heraus. „Woher?“ „Mario hatte gemeint, dass du sie wahrscheinlich vergessen wirst, weil du ja keine große Tasche dabei hast.“ „Du hast dich in unser Zimmer geschlichen?“ „Nö, das war auch Mario, denkst du ich bin lebensmüde?“ Ich grinse ihn an und halte glücklich meine Kamera in den Händen. „Sollen wir rein?“ Wie wild nicke ich und renne förmlich zum Eingang, Castiel läuft in gemächlichem Schritt hinter mir her und lacht laut. „Wie ein kleines Kind.“ Am Eingang zahlt er unsere Tickets und dann gibt es bei mir kein Halten mehr, ich fotografiere alles, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Aber selbst da erreiche ich die Tiere, dank meines tollen Objektives, noch. „Jetzt lass die armen Tiere mal in Ruhe, die sind ja noch gar nicht richtig wach und werden schon von dir Paparazzi verfolgt.“ „Was machen wir dann?“ „Frühstücken.“ Traurig laufe ich ihm hinterher, dennoch knipse ich ein paar Schmetterlinge, dann schließe ich zu ihm auf. „Aber die Tiere sind nachher vielleicht nicht mehr da.“ „Glaub mir, die werden noch da sein.“ Er legt einen Arm um meine Schulter und zieht mich näher an sich. „Siehst du das Haus auf dem Hügel dort?“ „Ja.“ „Da gehen wir jetzt rauf und da darfst du dann ganz viele Bilder machen.“ „Du weißt, dass ich da jetzt ganz schnell oben bin oder?“ „Wir können gerne ein Wettrennen machen, dann nehme ich deine Kamera und lege sie wieder in den Rucksack.“ „Danke.“ Gleichzeitig rennen wir los, der Weg ist sehr kurvig und der Rotschopf schneidet ein paar Mal meinen Weg, dennoch komme ich vor ihm oben an. „Seit wann bist du so schnell?“ „Tzja Castiel, dass macht das tägliche Training.“ „Du solltest mal an Wettkämpfen teilnehmen.“ „Mal schauen. Bekomme ich jetzt meine Kamera?“ Lachend holt er sie aus dem Rucksack und ich fotografiere die atemberaubende Landschaft. „Kannst du dir vorstellen, dass unser Urlaub schon fast wieder vorbei ist?“ „Es ist faszinierend, wie schnell die Zeit vergeht, ich meine vor zwei Monaten war gerade mal das Finale und jetzt sitzen wir am anderen Ende der Welt.“ Cas nickt und lehnt sich an das Geländer, seine Haare fliegen im leichten Wind und er lächelt mich an. „Sollen wir nun essen?“ „Gerne.“ Ich schaue auf die Uhr, es ist schon fast acht, mein Magen knurrt. Bis jetzt sind wir die einzigen Gäste, aber der Park hat ja auch noch nicht so lange offen. Wir bekommen einen tollen Platz auf der Terrasse mit Blick auf das nicht weit entfernte Meer. „Was möchten Sie denn trinken? Im Büffet ist alles enthalten und wir bringen es Ihnen frisch an den Tisch.“ „Die Dame hätte gerne einen Kaffee und dazu etwas Orangensaft, ich nehme nur Kaffee.“ „Sag mal beobachtest du mich als beim Frühstück?“ „Natürlich, das ist meine Lieblingsbeschäftigung.“ Er zwinkert mir zu und ich werde unkontrollierbar rot. Zum Glück bringt die Bedienung unsere Getränke und ich verstecke mich hinter meiner großen Tasse Kaffee. Gemeinsam laufen wir in das schöne Rundgebäude, das komplett aus Holz besteht. Dort sind fünf große Tische aufgebaut, auf denen sich das Frühstück erstreckt. Es ist wirklich alles vorhanden und ich komme mir vor wie in einem Hotel, von allem mache ich mir etwas auf den Teller. „Da hat Nate wirklich Unrecht, dass du so wenig essen würdest.“ „Das sieht alles so lecker aus und naja ich habe einen totalen Hunger.“ „Weil du gestern fast nichts gegessen hast?“ „Ich glaube ja, vielleicht war ich aber auch einfach nur nervös?“ „Was? Wegen heute?“ Lachend stellt er seinen Teller ab und schaut mich prüfend an. „Vielleicht?“ Zwinkernd bestreiche ich mein erstes Brötchen und belege es mit einer dünnen Scheibe geräuchertem Schinken. Ungefähr zwei Stunden sitzen wir einfach nur da, essen und reden über alles Mögliche. Es ist so ganz normal, nichts Außergewöhnliches und genau das gefällt mir so sehr. Einfach den Tag am anderen Ende der Welt genießen und sich über nichts Gedanken machen zu müssen. „Sollen wir dann weiter?“ „Ja gerne.“ Castiel steht aber noch nicht auf, er nimmt noch jeweils vier Brötchen und belegt sie mit Frikadellen, Salat und Käse. „Proviant.“ „Falls wir uns verlaufen oder was?“ „Natürlich, schon vergessen? Ich entführe dich doch.“ Er packt auch noch Äpfel, Bananen und zwei Flaschen Wasser ein. Ich schiele auf die Süßigkeiten, doch Castiel schüttelt nur den Kopf. „Das ist viel zu warm hier draußen um das zu essen, das schmilzt.“ Schnell packe ich den Schokoriegel aus und schiebe ihn mir in den Mund. „Oder so.“ Kopfschüttelnd läuft er voraus und ich folge ihm, mal wieder mit der Kamera bewaffnet. „Ich hoffe das Ding hat genug Speicherplatz.“ „Ohja, ich habe mir extra noch der weitere Speicherkarten gekauft gehabt.“ Wir laufen den Berg wieder hinunter und halten uns immer dem Schild nach, bis wir vor einem großen Gehege stehen. In den Bäumen hängen ganz verschlafen ein paar Koalas und schauen uns an. „Sind die niedlich.“ Castiel unterhält sich mit einem der Pfleger und kommt dann wieder zu mir. „Bist du bereit?“ „Für?“ „Eine halbe Stunde Koala kuscheln.“ Meine Augen werden immer größer und ich renne zu dem Gehege Tor, beide Männer lachen. Zaghaft laufe ich in das weitläufige Gehege und schaue mir alles ganz genau an. Der Rotschopf steht dicht neben mir und beobachtet mich ganz genau. Tom der Pfleger gibt mir viele Anweisungen, wie ich mich im Umgang mit den Koalas verhalten soll. Vorsichtig setze ich mich ins Gras und warte darauf, dass ich endlich den knuddligen Koala bekomme. Dann ist es endlich soweit und Tom legt ihn mir vorsichtig in die Arme, er öffnet kurz die Augen und es sieht fast aus als würde er lächeln. Zaghaft kuschelt er sich in meinen Arm und gähnt, mir geht das Herz auf von so viel Niedlichkeit. Castiel macht ein paar Bilder und lächelt mich an. „Gefällt dir das?“ „Ja total, wie kamst du nur auf so eine Idee?“ „Du liebst Tiere, ich meine dafür muss man keinen Detektiv engagieren um das herauszufinden.“ „Da hast du wohl Recht.“ Liebevoll streiche ich dem Fellknäul über den Kopf und drücke ihn an mich, dann schaue ich Castiel an. „Darf ich ihn behalten?“ Tom und Castiel schauen mich etwas verdutzt an und schütteln dann gleichzeitig den Kopf. Ich schmolle nun vor mich hin und konzentriere mich nur auf den Koala, Cas bekommt nun auch einen und ich versuche auch ihn dabei zu fotografieren. Der Pfleger gibt uns die Anweisung etwas näher zusammenzurücken und macht dann ein Bild von uns. Obwohl es schon längst vorbei ist, bleiben wir noch so nebeneinander sitzen. Vorsichtig schaue ich zu ihm hoch, er lächelt mich an und schiebt mir eine gelöste Strähne hinters Ohr. Ich lege meinen Kopf auf seine Schulter und graule den Koala hinter den Ohren. Castiels Bärchen macht sich nun selbstständig und klettert an ihm hoch, auf seinem Kopf bleibt er liegen. „Ich glaube du hast einen neuen Freund Cas.“ Er versucht hochzuschielen, doch leider kann er diesen niedlichen Anblick nicht sehen. Leider kommt Tom viel zu früh wieder und nimmt uns die Koalas ab, vorsichtig setzt er sie wieder in die Bäume. Wir laufen weiter und kommen zum Känguru-Gehege, hier darf jeder hinein und sie streicheln. Natürlich nur, wenn man sich vorher die Regeln durchliest. Auch hier bleiben wir lange Zeit und spielen mit den großen und kleinen Tieren.

Nach ungefähr fünf Stunden kommen wir aus dem Laden wieder heraus, die größte Veränderung hat Misha hinter sich. „Was wohl dein Freund dazu sagt?“ „Werden wir sehen, aber es ist ja mein Kopf.“ „Aber er sieht ihn öfters als du.“ Draguna hat nichts an ihren Haaren machen lassen, nur nachschneiden und stylen. Meine Haare sind in letzter Zeit so arg gewachsen, dass ich nun Locken trage. Zu meinem Erstaunen gefällt es mir sogar wieder, früher hatte ich immer lange Haare, bis ich nach Paris kam. Noch am Abflugtag hatte ich sie mir bei meinem Lieblingsfriseur schneiden lassen. „Hattest du denn keine Lust auf eine andere Farbe Sasa?“ „Auf was denn schon? Mit dem Rot bin ich doch schon fast einzigartig genug.“ „Naja, einzigartig ja nicht unbedingt.“ „Trotzdem, ich mag meine Haarfarbe.“ „Braun würde dir aber auch stehen.“ Mittlerweile sind wir schon auf halber Strecke und im Radio läuft wieder dieser Song. „Das ist aber auch nervig oder?“ „Was denn Misha?“ „Na das Lied, es ist so ein typischer Rock Song, nichts Besonderes halt.“ Draguna stimmt ihr zu und ich zucke nur mit den Schultern, der Text gefällt mir immer noch ziemlich gut. „Sag mal Sasa, kannst du nicht vielleicht doch mal mit Sam reden?“ Ich schaue rüber zu meiner blauhaarigen Freundin und ziehe eine Augenbraue hoch. „Nein Dragu, wenn er uns noch nicht sagen will, wer sie ist, müssen wir das einfach akzeptieren. Er wird sie uns schon noch vorstellen, bevor wir hier wieder verschwinden.“ „Mir gefällt das aber nicht, dass er ein Geheimnis vor mir hat, ich bin doch seine beste Freundin.“ Wir fahren auf den Hof und Draguna parkt das Auto in der Garage, der kürzeste Weg zum Strand ist durch die Tür und wir landen sofort im Garten. Die Jungs liegen alle faul am Strand, nur Sam fehlt mal wieder. „Siehst du, dass ist gar nicht gut, er sollte doch bei uns sein.“ „Draguna, du bist nicht seine Mutter ok? Lass ihn doch einfach.“ „Frau Renner?“ Der Butler von Dakota schaut mich an und hat ein Telefon in der Hand, sein Blick deutet darauf. „Für mich?“ Er nickt nur und hält es mir hin, ich nehme es ans Ohr und lausche. „Ja?“ „Hi Sasa ich bin es Amber. Wie war das Date mit meinem Bruder?“ „A-Amber? Was? Wieso rufst du an? Das ist doch total teuer.“ „Rafael bezahlt das, dass ist schon in Ordnung, ich soll dich lieb Grüßen, Also erzähl, wie war das Date mit meinem Bruder? Hat er sich schön ins Zeug gelegt?“ „Ja hat er und bevor du fragst, nein ich weiß nicht, für wen ich mich entscheide. Aber ich bin trotzdem froh, dass du anrufst, ich bräuchte ein paar Informationen von dir.“ „Um was geht es denn?“ Ihre Stimme ist auf einmal komplett anders, so richtig kalt. „Was ist damals zwischen Castiel und Nate vorgefallen?“ „Du meinst, warum sie sich hassen wie die Pest?“ „Ja.“ „Ach Sasa, glaub mir, dass willst du nicht wissen und solang sie es dir nicht selbst sagen, sage ich dir auch nichts.“ „Aber Amber, bitte.“ „Nein Sasa, bitte glaube mir, es ist wirklich besser für dich und die beiden.“ „Hat es was mit Castiel seiner Ex-Freundin zu tun?“ „Woher? Ach egal, ja hat es, aber mehr sage ich dir wirklich nicht. Kannst du Nate bitte ausrichten, dass er sich keine Gedanken machen muss und ich die Schule beende? Danke, bis dann.“ Sie legt einfach auf, ich gebe dem Butler wieder das Telefon und wende mich meinen Freundinnen zu. „Wir sind auf der richtigen Spur.“ Meine Freundinnen nicken, gemeinsam laufen wir hinunter zum Strand, die Jungs machen ganz große Augen, als sie uns sehen. „Was ist denn mit euch passiert?“ Nate blinzelt ein paar Mal, als wüsste er nicht, wer vor ihm steht. Armin kommt auf seine Freundin zu und verdreht dann die Augen und lacht. „Jetzt hab ich noch ein Kaugummi hier rumrennen.“ Wir alle sehen uns fragend an, er zeigt auf seinen Bruder und erläutert dann. „Alexy sieht aus wie blaues Kaugummi und meine Freundin ist nun das pinke Kaugummi.“ Alle stimmen lauthals in sein Lachen ein, nur Misha zieht die Augenbraue hoch, dann geht Armin um sie rum. „Wo ist dein Zopf hin?“ „Ab.“ „Warum?“ „Ich wollte mal was Neues ausprobieren.“ Leicht eingeschnappt lässt sie sich auf die Liege fallen und schaut auf das weite Meer hinaus. Ich verstehe, dass Armin etwas geschockt ist, immerhin waren ihre Haare sehr lang gewesen und jetzt so kurz wie meine noch vor ein paar Monaten. Nate ist schon wieder in sein Buch vertieft, ich setze mich zu ihm auf die Liege. Verwirrt sieht er mich an, verständlich, ich bin ihm ja sehr nah. „Du siehst gut aus, die Locken stehen dir.“ „Danke Nate. Du, deine Schwester hat vorhin angerufen. Ich soll dir ausrichten, dass sie die Schule beenden wird.“ „Ok, gut, dann hat das Gespräch mit meinen Eltern also gefruchtet. Über was habt ihr euch noch so unterhalten?“ „Ach dies und das, Mädchenkram halt.“ „Du verheimlichst mir was, sonst würdest du mich anschauen Sasa.“ „Nein alles in Ordnung, wirklich. Wo ist Sam?“ Ich versuche so gut es geht abzulenken, zum Glück funktioniert es auch. „Bei diesem Mädchen, ich glaube sie wohnt hier irgendwo am Strand. Er hat aber gesagt, dass er sie uns am letzten Abend vorstellt, wenn wir das große Barbecue machen.“ „Wieso erst so spät? Dann können wir sie ja gar nicht mehr richtig kennenlernen.“ „Doch, sie lebt anscheinend auch in Frankreich, wir werden sie dann wohl öfter sehen.“ „Hat er dir etwas über sie erzählt?“ „Nur, dass sie ein total tolles Mädchen sein muss.“ „Mhm, hoffen wir mal, dass das jeder so sieht.“ Mein Blick gleitet zu Draguna die mit Lysander im Meer schwimmt. „Sie wird sie bestimmt auch mögen.“ „Ich hoffe es.“ Es fröstelt mich etwas und ich schaue ein paar Meter weiter, da sitzt Castiel und sieht mich wütend an. „Nate, ich weiß, dass das jetzt blöd klingt, aber weißt du, was mit Cas ist?“ „Er ist glaube ich eingeschnappt.“ „Wieso?“ „Weil er das Date als Letzter hat und Dake gemeint hatte, dass er sowieso außer Konkurrenz läuft und er sich gar nicht mehr anzustrengen braucht. Anscheinend glaubt er das auch langsam selbst.“ „Aber…“ Ich stehe auf und laufe schnurstracks auf den Rotschopf zu, er schaut zu mir hoch. „Was soll der Scheiß?“ „Was meinst du Sasa?“ „Wieso glaubst du Dakota so etwas?“ „Er hat doch Recht, ich habe doch gar nicht die Möglichkeiten, dir so ein Date zu bieten wie er.“ „Ach Cas…darum geht es doch gar nicht.“ „Um was denn dann? Wir müssen dich doch beeindrucken.“ „Das müsst ihr gar nicht, ihr sollt einfach das Date mit mir haben, wie ihr es euch vorstellt. Dakotas Vorstellung ist halt mal mit Luxus vollgepumpt, bei Nate war es Geschichte.“ „Geschichte?“ „Ja, wir waren in einem tollen Museum.“ „Streber.“ Ich grinse kurz und lächle ihn dann auffordernd an. „Du musst einfach du selbst sein Cas, dann kannst du doch gar nichts falsch machen.“ Er steht auf und spielt mit einer meiner Locken. „Mir gefällt deine neue Frisur, steht dir sehr gut. Du weißt ja, dass ich morgen dran bin oder? Du musst leider sehr früh aufstehen.“ „Noch früher als bei Dake?“ „Ja, unser Flug geht um 2 Uhr früh und wir fliegen über vier Stunden.“ „Cas? Was hat du mit mir vor?“ „Etwas ganz Besonderes.“ Er zwinkert mit zu und läuft zu den anderen, etwas verdutzt bleibe ich im Sand stehen, dann lächle ich.

Den Abend verbringen wir mal wieder ganz gemütlich und bestellen und allerlei Köstlichkeiten, bei verschiedenen Restaurants. Wir sitzen am Strand und reden einfach die ganze Zeit, auch auf Amber und Rafael fällt unser Thema irgendwann. „Sag mal, macht es dir wirklich gar nichts aus, dass er zu ihr so anders ist?“ Sam schaut mich prüfend an und beißt in seine Pizza. „Nein eigentlich gar nicht, klar war es am Anfang erst einmal komisch. Immerhin waren wir sehr lange zusammen und er hatte ja immer gemeint, dass er mich wirklich liebt. Aber im Endeffekt ist es mir wirklich egal, Amber ist glücklich und ich bin ihn los.“ Sam nickt und isst weiter an seiner Pizza, Mario und Alexy unterhalten sich mit Lysander über die neue Kollektion mit Leigh. Meine drei Jungs fixieren sich mal wieder wütend, also alles wie immer. „Sagt mal, wir könnten doch eine Nachtwanderung machen?“ Nun schauen mich alle etwas entgeistert an und schütteln den Kopf. Sie sind wirklich faul heute, seufzend gebe ich auf und male Kreise in den Sand. „Isst du das nicht mehr?“ „Mario liebäugelt schon mit meiner Pizza und ich schiebe sie ihm rüber. Genüsslich beißt er hinein, obwohl sie schon kalt sein müsste, ist ihm das egal. „Du isst wirklich alles oder?“ Castiel zieht eine Augenbraue hoch und nippt an seinem Bier. „Ja, man darf nichts Gutes verschwenden, auch wenn es mich wundert, dass sie eine so gute Pizza stehen lässt.“ „Ich habe halt nicht so wirklich Hunger.“ „Du isst derzeit auch nicht mehr sehr viel.“ Nate schaut mich besorgt an und ich tue es mit einem Winken ab. „Ihr seht mich nur nicht essen, das ist alles.“ „Stimmt, gestern Nacht hat sie eine ganze Tüte Chips vertilgt und mit der leeren Tüte gekuschelt.“ „Sei ruhig Misha.“ Die anderen lachen lauthals und ich werde feuerrot, mein Blick wandert auf die Uhr. „Ich glaube ich gehe mal schlafen, ich muss in drei Stunden ja schon wieder raus.“ „Du kannst ja auch durchmachen, wir können auch im Flugzeug schlafen.“ Cas grinst mich an aber ich schüttle nur den Kopf und gähne vor mich hin. „Nein, ich will lieber noch ein bisschen in meinem Bett schlafen. Ich darf ja nichts verpassen nachher, vielleicht erkenne ich ja, wo es hingeht.“ Zwinkernd verabschiede ich mich von den anderen und laufe die Treppe zur Terrasse hoch. Ich höre meine Namen und drehe mich auf dem Treppenabsatz um, Sam läuft mir hinterher. „Bist du auch müde?“ „Ja, ich habe heute ja auch genug unternommen.“ „Wo warst du denn?“ „Naja ich war mit ihr überall halt, wo es schön ist in Darwin.“ „Wie ist sie denn so?“ „Einfach wunderbar.“ „Verrätst du mi ihren Namen?“ „Nein, dafür ist es noch zu früh, ich möchte sie noch vor eurer Sucherei schützen.“ „Sucherei?“ „Tu nicht so, sobald ihr ihren Namen wüsstet, würdet ihr sie doch googlen oder sofort im Facebook stalken.“ Ich sage dazu nichts, denn ich weiß, dass er Recht hat, schweigend laufen wir zu unseren Zimmern. „Viel Spaß morgen Sasa und ich hoffe, dass du dich bald entscheiden kannst.“ „Das hoffe ich auch Sam.“ Total fertig werfe ich mich in mein Bett und stelle fest, dass ich ja um halb eins schon wieder aufstehen muss, wenn ich noch duschen will und rechtzeitig am Flughafen sein will.

Sommerpause

Hallo meine Lieben,

aufgrund der schönen Hitze, wird der Blog  bis nächsten Mittwoch pausieren (falls ihr das am Sonntag noch nicht gemerkt habt ;) ) Aber ab dem 18.6. geht es wie gewohnt weiter!! Es wird keine Pause wegen der WM geben keine Sorge.

Liebe Grüße

eure Sasa

Er bringt mich noch zur Tür und dann verabschiedet er sich mit einem Kuss auf die Wange, ich schaue ihm noch hinterher. Erst dann öffne ich die Tür und natürlich sitzen meine zwei besten Freundinnen auf ihren Betten und schauen gebannt zu mir. „Erzähl uns alles, du warst ja Ewigkeiten weg.“ Seufzend aber lächelnd, ziehe ich mich um und lege mich dann auf mein Bett, haargenau soll ich ihnen alles erzählen. Draguna wirft mir eine Tüte meiner Lieblingschips zu und so erzählen wir noch ein paar Stunden. Irgendwann fallen uns allen die Augen zu und wir schlafen friedlich ein, in dieser Nacht träume ich wieder wirre Sachen.

Am Morgen werde ich von Misha geweckt, sie versucht mir die leere Chips Tüte aus dem Arm zu ziehen. „Nein.“ „Schatz, die sind leer und zum Kuscheln ist so eine Tüte nicht geeignet. Auch aufstehen solltest du langsam mal, wir wollten doch heute zum Friseur.“ „Was?“ „Ja, Dakota hat uns doch den Termin bei diesem angesagten Stylisten besorgt.“ Draguna kommt aus dem Bad gelaufen und schließt die Schnalle ihres Rockes. „Ach stimmt ja.“ Schwungvoll gleite ich aus dem Bett, schnappe mir ein paar Klamotten und renne ins Bad. Draguna und Misha streiten um den Spiegel, ich grinse und öffne die Bad Tür. „Bei mir wäre für eine von euch noch Platz zum Schminken, ich brauch nicht so lange.“ „Danke.“ Mischa nimmt das Angebot an und kommt zu mir ins Bad, gemütlich ziehe ich mich um und schminke mich dann dezent. Danach gehen wir die Treppen hinunter und stehen im großen Saal. Die Jungs sind schon alle da und haben einfach ohne uns zu Frühstücken angefangen. „Schaut nicht so, ihr braucht einfach zu lange.“ Castiel schaut genervt zu uns dreien, irgendetwas stimmt nicht mit ihm, die letzten Tage war er um einiges lockerer. Ich setze mich neben Misha und fange genüsslich an zu essen. Die Jungs haben einen ziemlich gemütlichen Tag geplant, wir hatten ja auch wirklich genug unternommen. „Also sind alle einverstanden, dass wir den Tag einfach so verbringen wie wir wollen? Ihr könnt euch mir aber gerne anschließen mit dem Surfen.“ Er zwinkert mir zu und ich grinse vor mich hin. „Danke Dake, aber wir gehen doch heute zum Friseur und ich weiß nicht, ob ich da dann noch surfen will.“ „Sei mal nicht so zimperlich.“ „Wie bitte?“ Mit hochgezogener Augenbraue schaue ich zum grimmigen Castiel, er grinst herausfordernd. „Ist doch so, du bist ja nicht aus Zucker oder?“ Ich schnappe nach Luft, mir bleibt wirklich die Spucke weg, natürlich fällt mir keine gute Antwort ein. „Lass sie in Ruhe.“ Mishas Augen funkeln und sie legt schützend einen Arm um mich. Draguna schüttelt nur den Kopf, schnappt sich ein paar Lebensmittel, packt diese ein und gibt uns ein Zeichen. Geschlossen gehen wir wieder aus dem Saal und überlassen die Jungs sich selbst. „Was ist mit ihm los?“ „Ich glaube er ist wegen irgendetwas sauer.“ „Aber wegen was? Ich habe ihm doch gar nichts getan.“ Misha schlägt sich mit der flachen Hand an die Stirn, Draguna öffnet die Haustür. „Natürlich, ich weiß warum er sauer ist.“ Wir sehen sie beide sehr verwirrt und fragend an. „Spann uns nicht auf die Folter.“ „Er ist eifersüchtig.“ Ich blinzle etwas vor mich hin und schaue meine Freundin entgeistert an. „Wieso?“ „Naja Mario hatte sich bei Dake und auch gestern Abend bei Nate erkundigt, wie die Dates waren.“ „Mir schwant übles.“ Draguna setzt sich hinters Steuer des Cabrios, Misha setzt sich auf die Rückbank und ich auf den Beifahrersitz. „Naja Cas hat das anscheinend alles mitbekommen und ist wohl nicht so begeistert, dass sie dich beide geküsst haben.“ „Wen wundert’s.“ Draguna verdreht die Augen und startet den Motor, wir rauschen vom Hof und fahren nach Darwin. „Aber warum schaut er dann mich so böse an? Ok gut ja ich habe beide ja geküsst, aber das war ja auch schon früher mal so und da hat er es an ihnen ausgelassen. Woher weißt du das eigentlich?“ „Von Armin, er hat mir das heute Nacht noch geschrieben.“ „Der Kerl kann wirklich nicht ohne irgendetwas Elektronisches oder?“ „Nicht wirklich. Naja um auf das andere zu sprechen zu kommen. Ich persönlich glaube, dass Castiel vielleicht sogar etwas verletzt ist, weil du das zugelassen hast.“ „Das könnte ich mir gut vorstellen, Lysander hat da mal was angedeutet mit einer Ex-Freundin.“ „Ex-Freundin?“ Meine Augen weiten sich und ich schaue Draguna an, natürlich hätte ich mir denken können, dass er schon einmal eine Freundin hatte. Dennoch erwischt mich leichte Eifersucht bei dem Gedanken, dass ich nicht die Erste bin, für die er solche Gefühle hegt. „Ach schau mal an, da wird sie ja eifersüchtig.“ Misha lehnt zwischen den beiden Sitzen und schaut mich grinsend an. „Halt die Klappe.“ Ich verschränke die Arme vor meinem Oberkörper und fange an zu schmollen. „Was war da mit seiner Ex Dragu?“ „Gute Frage Sasa, Lys hat nicht viel davon erzählt.“ „Er redet ja sowieso nicht wirklich viel.“ Mishas Kopf taucht wieder zwischen den Sitzen auf, Dragu verdreht die Augen. „Naja er meinte halt nur, dass Castiel schon einmal ziemlich verletzt wurde und danach wurde er dann so, wie wir ihn heute kennen.“ „Das heißt, wenn unsere Sasa hier, ihm auch das Herz brechen sollte, wird er ein richtiger Schläger?“ „Es wäre ihm zuzutrauen, oder er geht in die andere Extreme.“ „Ich kann doch aber nicht davon meine Entscheidung abhängig machen, wie die Jungs sich verändern würden.“ „Nein natürlich nicht, aber ich wollte, dass du sein Verhalten vielleicht verstehen kannst.“ „Weißt du denn, wie seine Ex war?“ „Nö, wie schon gesagt, Lysander hat dazu nicht sonderlich viel gesagt. Er ist aber anscheinend sehr froh, dass sie weg ist.“ „Ich glaube das hat auch was mit der Geschichte mit Nate und Castiel zu tun.“ „Wie meinst du das Sasa?“ „Ich habe euch doch das erzählt, als wir uns alle im Romanique getroffen hatten. Wo Nate und ich bei mir daheim waren.“ „Stimmt, da war ja was.“ „Meinst du wirklich, dass es was mit Cas seiner Ex zu tun haben könnte, dass die beiden nicht mehr wirklich miteinander reden?“ „Ich habe die schlimme Vermutung, dass es so sein könnte. Das schlimme ist ja, dass Castiel es mir auch nicht erzählen will.“ „Dann müssen wir das eben selbst herausfinden, aber jetzt lassen wir uns erst einmal verwöhnen.“ Draguna parkt das Cabrio auf dem großen Parkplatz der Mitchell Street und steigt aus, wir tun es ihr gleich und versuchen uns zu orientieren. „Ich glaube wir müssen da runter.“ Misha zeigt links die Straße hinunter und wir laufen einfach drauf los. „Meint ihr, dass wir was rausfinden können?“ „Wir könnten doch Amber fragen.“ „Das ist die Idee.“ Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? Immerhin redet sie mittlerweile normal mit mir und sie ist so eine Klatschtante, sie würde mir das sofort erzählen. Nach ein paar Minuten haben wir den Laden gefunden und setzen und in die Lounge-Sessel. Im Radio läuft ein cooles etwas rockiges Lied, ich kenne es gar nicht und höre aufmerksam zu. Der Text ist gar nicht so schlecht, auch die Melodie hat was, dann ist es viel zu schnell vorbei und der Moderator redet wieder. „Das war die Band „Stars of Nightmares“ mit der wunderbaren Frontfrau Debrah.“ Den Namen kenne ich doch, aber das muss nur Zufall sein. „Alles in Ordnung?“ „Ja, mir kam nur der Name so bekannt vor.“ Ich denke noch einmal an das Mädchen am Strand schüttle dann aber entschlossen den Kopf. Die Friseuse kommt zu uns und geleitet jeden zu ihrem eigenen Sessel. Nach ein paar Minuten bekommen wir jeder ein Glas Wasser und eine große Tasse Kaffee hingestellt, dazu gibt es jeweils einen Keks. Ab dann beginnt unser fabelhaftes Verwöhn Programm und wir reden gar nicht mehr.


So ich entschuldige mich mal für die Verspätung^^Aber erst war das Bild nicht fertig und dann war ich leider mehr mit dem realen Leben beschäftigt, als ich gedacht hatte :D böses reales leben *schimpf* naja seht es so, bis Mittwoch ist ja dann nicht mehr lange ;) Und jetzt viel Spaß mit dem zweiten Date ;)






Mal wieder klingelt der Wecker etwas früher als bei den anderen, ich strecke mich und stehe auf. Leise laufe ich ins Bad und springe unter die Dusche, die Haare föhne ich erst gar nicht, es ist sowieso viel zu warm. Als ich wieder in unser Zimmer komme, steht neben unserer Tür eine Tasche, natürlich weiß ich was drin ist. Lächelnd packe ich das weiße Kleid mit den Schmetterlingen aus und ziehe es mir über. Dazu gibt es weiße Ballerinas und ein Haarband, welches in Gold gehalten ist, alles in allem traumhaft. Leise gehe ich die Treppe hinab und an der gleichen Stelle, wo schon Dakota stand, steht jetzt Nathaniel. Er blättert in einem Buch und bekommt gar nicht mit, wie ich mich neben ihn stelle, typisch Nate eben. „Guten Morgen.“ Erschrocken blickt er auf und lächelt mich dann an, zwei Strähnen fallen ihm dabei ins Gesicht. Automatisch streiche ich sie ihm hinters Ohr und lächle ebenfalls, seine Wangen bekommen eine leichte Rötung. „Guten Morgen Sasa, bist du bereit?“ „Ich hoffe es doch, was liest du da?“ „Das ist ein Reiseführer von Darwin, ich habe mir noch ein paar Sachen durchgelesen, die Interessant klingen.“ „Achso.“ Er nimmt meine Hand und gemeinsam laufen wir aus der Villa, davor steht ein kleiner VW Käfer. „Das ist nicht dein Ernst, wo hast du den denn her?“ „Ich muss gestehen…da hat Dakota mir geholfen.“ „Wow, woher wusstest du das?“ „Das du diese alten Autos magst? Das hast du uns doch mal erzählt, als wir uns die Bilder im Appartement angeschaut haben.“ „Das weißt du noch? Das war doch damals an der Party, das ist doch schon ewig her.“ „Ja und?“ Ich sehe ihn erstaunt an und muss grinsen, er ist wie ein wandelndes Lexikon. „Es wundert mich, dass nicht du mein Stalker warst, so viel wie du über mich weist.“ Er hält mir die Tür auf und ich steige ein, seine Gesichtsfarbe ist wieder mehr rot als normal. Wir fahren den langen Weg nach Darwin und kommen an vielen Reservaten vorbei, wo wir auch fast immer halt machen und uns die niedlichen Tiere anschauen. „Sag mal Sasa, hast du dir denn schon überlegt, was du nach der Schule machen willst?“ Verwirrt schaue ich zu ihm und denke dann nach, das ist eine gute Frage, die er mir da stellt. „Ich weiß es nicht genau. Wir wissen ja jetzt noch gar nicht, wie das mit der Musik da weitergeht! Samira bucht ja derzeit ziemlich viele Termine für uns und naja ach ich weiß nicht.“ „Willst du eine musikalische Karriere wirklich in Erwägung ziehen? Der Ruhm könnte auch irgendwann vorbei sein. Ich meine ihr seit sehr sehr gut, ich wollte dich damit jetzt nicht kränken, aber was machst du, wenn du dreißig oder vierzig bist und der Ruhm ist weg?“ „Dann habe ich doch genug verdient oder nicht?“ Ich grinse ihn an, aber verstehe schon, was er meint, dann werde ich wieder ernst. „Du hast ja schon Recht, wir sollten uns alle eine Alternative überlegen.“ „Du könntest doch was mit Tieren machen.“ „Wie meinst du das?“ „Du liebst Tiere so sehr, du kannst doch in einem Zoo arbeiten.“ „Ja du hast ja Recht, aber es geht doch auch immer um den Gehaltsaspekt… und der ist dort nun mal nicht gut. Klar wenn ich mit der Musik nebenher weitermach, dann würde es reichen.“ „Du könntest aber auch etwas studieren, wenn es dir um das Geld geht.“ „Naja, ich möchte jetzt nicht Geldgierig rüberkommen Nate, das ist es ja gar nicht. Aber ich möchte irgendwann Kinder und ein großes Haus, wo sie spielen können. Sowas bekommt man leider nicht hinterhergeschmissen, also brauche ich einen guten Job.“ „Ja da hast du Recht, ich sehe es ja bei meinen Eltern. Wir sind da.“ Neugierig schaue ich aus dem Fenster und wir stehen auf einem Parkplatz im Hafen. Nate steigt aus und öffnet mir die Tür, ebenfalls hält er mir die Hand hin, ich ergreife sie. „Und was machen wir hier?“ „Erst einmal frühstücken.“ Noch immer hält er meine Hand, als wir nebeneinander herlaufen. Wir laufen eine kleine Treppe hinab und stehen am Pier, nach rechts und links geht der Weg ab. Nach und nach reihen sich kleine Restaurants, Cafés und Andenkenläden aneinander. „Wow, es ist richtig schön hier, es ist ein bisschen wie in Hamburg, nur viel viel wärmer und weniger windig.“ „Das kann ich leider nicht beurteilen, ich war noch nicht dort.“ „Du musst unbedingt mal hin, es ist wirklich traumhaft.“ „Gerne, aber dann nur mit dir.“ Er zwinkert mir zu und dieses Mal werde ich rot und nicht er. Nathaniel führt mich zu einem kleinen Café, das eine schöne Aussicht auf die Bucht hat. Danach geht er hinein und ich sehe, wie er mit der Bedienung spricht. Die Sonne steht schon hoch am Himmel, dabei ist gerade mal halb neun und wir haben bestimmt schon fünfundzwanzig Grad. „Das Frühstück sollte gleich kommen.“ „Was hast du denn bestellt?“ Neugierig schaue ich ihn an und er lächelt wissend, dann nimmt er neben mir Platz. „Natürlich erst einmal Kaffee für dich, sie haben sogar Sojamilch.“ Ich danke es ihm mit einem breiten Lächeln und höre weiter gebannt zu. „Dann gibt es Rührei mit Frühlingszwiebeln und Schinkenstückchen und vielen Kräutern. Ebenfalls Obst, Brötchen, Wurst, Käse und alles was dein Herz begehrt.“ „Willst du mich etwa mästen?“ „Nein, einfach nur verwöhnen.“ Er legt seine Hand auf meine und streicht sanft darüber, ich fühle mich sehr wohl in seiner Gegenwart und lächle automatisch. Das Frühstück wird aufgetischt und ich greife herzhaft zu, durch den vielen Sport die letzten Tage habe ich wirklich Hunger. Nate lächelt und holt dann den Reiseführer raus, dann blättert er darin rum und legt mir dann das Buch vor. „Wie findest du das?“ „Das klingt interessant, gehen wir da hin?“ „Ja, es freut mich, dass es dir gefällt, was ich vorhabe.“ Wir essen gemütlich auf und er holt mir noch einen Kaffee, den ich sogar mitnehmen kann und dann schlendern wir weiter. „Ich darf diesen coolen Becher behalten?“ „Ja, das ist bei denen zurzeit eine Werbemaßnahme.“ „Das ist ja cool, schau mal da sind sogar Koalas und Kängurus drauf.“ „Und ein Kolibri.“ „Die find ich ja ganz besonders putzig, also von Tieren die man mit Australien verbindet.“ „Ich weiß, keiner kann deine Pinguine toppen, richtig?“ Ich nicke grinsend und trinke an meinem Kaffee, nach einem kurzen Fußmarsch sind wir dann am Museum angekommen. „Also in diesem Museum, gibt es die größte Ausstellung über die Ureinwohner und Geschichte Australiens. Ebenfalls anliegend, sind kleinere Cafés und eine Galerie.“ „Das ist sowas von genial.“ Strahlend laufe ich zum Eingang und die automatischen Türen öffnen sich sofort, es kommt eine kühle Luft heraus. Kurz fröstelt es mich etwas, aber dann gewöhne ich mich sofort an die angenehme Frische. Den ganzen Tag verbringen wir in dem Museum und den angrenzenden Kaffees. Am frühen Abend fahren wir mit dem Käfer wieder nach Hause, doch auf einmal biegt Nate ab. „Wo fahren wir hin?“ „Glaubst du wirklich, dass ich dich jetzt schon gehen lasse?“ „Das hat sich jetzt angehört wie in einem Krimi.“ „Keine Sorge, du weißt, dass ich dir niemals was antun könnte.“ Er legt mir seine Hand auf den Oberschenkel und lächelt, ich tue es ihm gleich. Nach einer halben Stunde sind wir am Strand, meinem Orientierungssinn nach, sollten wir ungefähr dreißig Kilometer von unserem Haus entfernt sein. „Was machen wir denn hier?“ „Komm mit.“ Er nimmt meine Hand und wir laufen hinab zum Strand, unten angekommen, ziehe ich erst einmal die Schuhe aus. Es gibt kein besseres Gefühl als mit nackten Füßen über den Sand zu laufen. Zwischen den Sanddünen machen sich langsam ein paar Schirme sichtbar, auch Musik hört man. „Nate?“ „Wir beide gehen in ein Tanzrestaurant.“ „Tanzen?“ „Ja.“ Hand in Hand kommen wir bei dem kleinen Restaurant an und ich staune nicht schlecht. Jedes Alter ist dort vertreten, die einen tanzen schon und die anderen sitzen noch und Essen. „Man tanzt im Sand?“ „Ja, ist doch toll oder?“ „Das ist wirklich mal was anderes.“ Nate wird von der Bedienung begrüßt und wir werden zu unserem Tisch geführt. Auch die Tische stehen im Sand, lediglich die Bar, die Küche und die Sanitäranlagen befinden sich in einem kleinen Gebäude. „Das ist wirklich schön hier, so idyllisch.“ „Ich habe gehofft, dass es dir gefällt.“ Die junge Bedienung bringt uns zwei Karten und ich studiere interessiert die Karte. „Hast du schon was gefunden?“ „Ich weiß es nicht, das hört sich alles so toll an.“ „Du isst doch gerne Hühnchen oder?“ „Ja, total, genauso wie Fisch.“ „Dann schau doch einfach bei den beiden Rubriken, das ist alles frisch zubereitet hier.“ Dankend nicke ich und vertiefe mich wieder in die ausführliche Speisekarte. Nach ein paar Minuten bin ich fündig geworden, ich entscheide mich für den großen Salat mit Putensteak. „Das ist eine gute Wahl.“ Die Bedienung lächelt und nimmt unsere Karten, Nate hat sich für den Fisch entschieden. Nach kurzer Wartezeit bekommen wir unsere Bestellung. Wir unterhalten uns viel über die Zukunft, und natürlich darüber, was nach dem Sommer so alles passieren wird. Auf einmal sehe ich, wie er hinter mich blickt und blass wird. Natürlich drehe ich mich um, aber sehe nur, wie ein dunkelhaariges Mädchen davonläuft. „Nate? Wer war das denn?“ „Niemand, ich habe mich wohl einfach geirrt. Das kann eigentlich gar nicht sein.“ „Ok…und wer hast du gedacht, ist das?“ „Nicht so wichtig Sasa, wir sollten uns den Abend nicht verderben lassen.“ Skeptisch sehe ich ihn an, dann überlege ich etwas, ob es mit der Geschichte zu tun hat, die er mir nicht erzählen wollte? Er isst unbeirrt weiter und so lasse ich die Neugier in mir Ruhen und genieße das Abendessen. Doch so richtig will nichts mehr in Gang kommen, auch Nate merkt dies. Irgendwann steht er auf und hält mir die Hand hin, ich erfasse sie und er zieht mich in seine Arme. „Wir sollten jetzt tanzen.“ Nathaniel wirbelt mit mir über den Sand und ich fühle mich sehr frei und ungezwungen. Das Kleid hat er perfekt ausgesucht, es dreht sich wunderbar um meine Hüfte und ich komme mir vor wie in einem Film aus den Fünfzigern. Stundenlang tanzen wir und lachen viel, irgendwann schließt das Lokal und wir laufen über den Strand zum Auto. „Warte mal.“ Nate bleibt stehen und hält noch immer meine Hand, er zeigt in den Himmel und ich folge seiner Hand. Der Sternenhimmel ist total beeindruckend, lauter kleine Lichter sind zu sehen, es kommen mir wie viele Millionen vor. „Schon erschreckend, dass man sich die Sterne jetzt anschauen kann, dabei sind sie vielleicht schon längst erloschen.“ Ich sehe ihn an und muss lächeln. „Was ist denn?“ „Du bist ein wandelndes Lexikon, weißt du das eigentlich?“ „Ich nehme das jetzt mal als Kompliment.“ Er zwinkert mir zu und wir laufen weiter, die Wellen brechen leise am Strand und vereinzelt sind noch ein paar Vögel zu hören. Es ist schon weit nach Mitternacht und langsam merke ich, wie auch mich die Müdigkeit überkommt. „Sag mal Nate…“ „Mhm?“ „Hast du früher auch so gern fangen gespielt?“ Ich grinse ihn an, stupse ihn kurz und renne davon, ich höre, wie er kurz lacht. Nach ein paar hundert Metern schaue ich nach hinten, er ist dicht hinter mir, seit wann ist er denn so schnell? Es war leider ein Fehler sich umzudrehen, so sehe ich den Stein nicht und stolpere über diesen, mit einem Satz liege ich im Sand. „Hab ich dich.“ Ich versuche mich noch wegzurollen, aber ich bin zu langsam, Nate liegt nun auch im Sand und versucht mich festzuhalten. „Nein, ich kann dir noch entkommen.“ Doch ich weiß genau, dass ich verloren habe, immerhin hält er meine Beine fest. Lachend drückt er mich in den Sand, ich versuche mich irgendwie zu befreien. Mittlerweile sitzt er über mir und hält meine Hände fest. „Ich habe dich, also habe ich wohl auch gewonnen.“ Er zwinkert mir zu und wird dann leicht rot. Nate streicht mit seiner Hand über meine Wange und beugt sich zu mir hinab. Seine Lippen treffen auf meine und ich muss automatisch grinsen, er ist ganz zaghaft und vorsichtig. Als hätte er Angst, dass ich ihn wegstoßen könnte, was ja nicht das erste Mal wäre. Meine Hände gleiten langsam in seinen Nacken und streichen ein paar Härchen hin und her. Zaghaft küsst er meine Stirn und setzt sich dann neben mich, seine Hand zieht mich hoch in seine Arme und dann küsst er mich noch einmal. „Sasa…ich…Himmelherrgott…du denkst wohl auch gerade, dass ich der größte Idiot bin.“ Innerlich krampft sich bei mir alles zusammen, ich weiß genau, was er sagen will, aber damit kann ich einfach nicht umgehen. „Nate…lass es einfach, wenn du es nicht kannst.“ „Natürlich kann ich es, aber ich weiß nicht, wie du reagierst. Oder was für Konsequenzen alles haben wird, diese ganze Situation halt.“ Noch immer hat er beide Arme um mich geschlungen, ich habe das Gefühl, dass er mich nie wieder loslassen will. „Sasa….ich liebe dich. Du bist so vollkommen anders als jedes Mädchen, dass ich bis jetzt kennengelernt habe. Deine ganze Art, einfach alles macht dich einzigartig. Ich hoffe, dass du meine Gefühle erwidern kannst und dich für mich entscheiden wirst.“ Am liebsten würde ich laut aufstöhnen, aber das käme jetzt wohl nicht so gut, ich lächle ihn gerührt an, was ich ja auch wirklich bin. Aber das ist nun mal die zweite Liebeserklärung innerhalb von drei Tagen, das ist nicht so einfach. „Ich glaube wir sollten gehen, oder was meinst du?“ „Ja, nicht das Dragu und Mischa mich noch vermisst melden.“ Er zieht mich hoch und so laufen wir in angenehmer Stille nebeneinander her zum Auto.


Auch hier ein wunderschönes Bild von Selin:


„Wow du hast viel Emotionales die letzten Monate gehabt, das tut mir sehr leid.“ „Aber du hast faszinierende Sachen erlebt, da konnte ich mal für ein paar Stunden meine Gedanken vergessen.“ „Das freut mich, wie geht deine Reise jetzt weiter?“ Marie schaut ihn an und seufzt, sie weiß es doch selbst nicht genau. „Naja mein Herz wird mich leiten.“ „Ist das nicht etwas schwierig?“ „Du sagst es.“ Mit einem einzigen Schluck leert sie ihr Glas und dreht sich zu dem Tisch ihrer Crew um, natürlich saufen und feiern sie immer noch. Nur Arsael beobachtet sie und das schon seit Anfang ihres Gespräches. „Wartest du kurz?“ Zorro nickt und folgt mit seinem Blick ihren Schritten bis zum Tisch, Marie beugt sich zu ihrem Vizen hinunter. „Was ist los Arsi?“ „Habe ich dir… ach egal du wirst es niemals lernen. Weißt du jetzt schon wer deine Gefühle mehr in Beschlag nimmt?“ „So schnell geht das nicht Arsael, es ist nicht so einfach.“ „Ich gebe dir zwei Tage, dann sollten wir hier weg, es ist nicht geheuer, die Marine wird etwas planen.“ „Das glaube ich nicht, es sind zu viele Rookies, als das sie mit normalen Soldaten dagegen ankämen.“ „Du kannst nie wissen, was sie noch planen.“ „Ist ja ok, zwei Tage…irgendwie klappt das.“ „Es wäre nett von dir.“ Genervt verdreht der junge Kapitän die Augen und läuft wieder zu dem Schwertkämpfer. „Sag mal, wollen wir wo anders hingehen?“ „Hast du keine Lust mehr von deiner Crew beobachtet zu werden?“ „Du hast es erfasst.“ „Na komm, dann gehen wir irgendwohin, wo wir unsere Ruhe haben.“ Ihr Herz macht einen kleinen Sprung und sie errötet kurz. Sie laufen nebeneinander durch die Stadt, bis sie zu einem der Außenbezirke kommen. Hier ist es sehr idyllisch und ruhig, dafür dass die Bezirke als gefährlich geahndet werden. „Schau mal da vorne ist eine schöne Stelle.“ Marie folgt seinem Blick und sie muss ihm Recht geben, die Stelle ist perfekt. Die Bäume liegen dicht beieinander und man ist ungestört, kein Blick fällt rein, aber man kann jeden beobachten. Das Wasser ist ganz nah und umspielt die Wurzeln der monströsen Pflanzen um sie herum. Marie setzt sich in das weiche sattgrüne Gras und schaut zu dem Schwertkämpfer hinauf. „Was ist los?“ „Ich werde das Gefühl nicht los, als würdest du mir etwas verheimlichen.“ „Wie meinst du das?“ „Du hast mir sehr viel erzählt von deinen letzten Monaten, aber du hast einen Namen rausgelassen, den Rakuyou damals stark betont hatte.“ Marie sieht ihn erstaunt an und weiß nicht was sie sagen soll. „Du meinst Ace richtig?“ „Genau.“ Der Grünhaarige setzt sich sehr nah neben sie und schaut sie an. „Du musst nichts sagen, er mag dich richtig?“ Sie nickt und versucht ihn anzuschauen, was aber nicht wirklich funktioniert. „Magst du ihn auch?“ „Ich weiß es einfach nicht, deswegen bin ich ja auf der Suche nach dir gewesen.“ „Wieso nach mir?“ „Naja, also, wie soll ich sagen.“ Zorro lächelt beugt sich zu ihr hinüber und küsst sie, total verwirrt sitzt sie nun da. Vorsichtig zieht er das junge Mädchen auf seinen Schoß und küsst sie weiter. „Zorro…“ Marie drückt ihr Gesicht an seine Brust und verharrt dort. „Was ist denn, gefällt es dir nicht?“ „Doch schon.“ „Aber?“ „Keine Ahnung.“ Zorro streicht durch ihre Haare und langsam hebt sie ihren Kopf, ganz vorsichtig lässt sie sich von ihm küssen und lächelt dabei. Sie hat das Gefühl als würden sie stundenlang da sitzen und sich küssen, bis sie auf einmal Ruffy schreien hören. Zorro lässt sofort von ihr ab und schaut sich um. „Marie…“ „Schon in Ordnung, folge deinem Kapitän, wir sehen uns wieder.“ „Ich hoffe ich konnte deine Entscheidung einfacher machen.“ „Ja konntest du.“ Er drückt ihr noch einmal einen Kuss auf den Mund und verschwindet dann. Nachdenklich setzt die Rothaarige sich auf den Ast und schaut zu, wie Zorro von Ruffy auf einen Fliegenfisch gezogen wird. Lachend schüttelt sie den Kopf und springt ruckartig auf und pfeift nach Little King. Dieser erscheint auch innerhalb weniger Minuten und nimmt sie auf seinen Rücken. „Lass uns zum Schiff schwimmen mein Kleiner.“

Am nächsten Morgen schlafen wir alle sehr lange, immerhin waren wir erst um drei Uhr im Bett. Doch irgendwann packt mich die Unruhe und ich stehe auf, im Bad öffne ich das Fenster und merke, dass es wider ein sehr warmer Tag wird. Also suche ich mir schon einmal den Bikini raus und ziehe ein dünnes Kleid darüber. Leise schleiche ich durch die Villa und setze mich dann an den Strand, alle scheinen noch zu schlafen. Ich höre die Terrassentür und drehe mich kurz um, es ist Sam, doch er sieht mich gar nicht und läuft einfach an mir vorbei. Natürlich grinse ich jetzt in mich hinein, ich kann mir gut vorstellen, wo er hingeht. Nach einer viertel Stunde geht die Tür wieder auf, es ist Mario, er kommt sofort zu mir und lässt sich in den Sand plumpsen. „Na Kleines, wie geht’s dir?“ „Ganz gut, schlafen die anderen echt alle noch?“ „Ja, nur Sam ist schon unterwegs.“ „Ja, das habe ich auch schon gemerkt.“ „Also sind wir ganz alleine…“ Mario grinst mich an und ich verstehe sofort was er meint, wir rennen beide zum Haus und suchen die passenden Utensilien. So sitzen wir im Sand und bauen unsere Burg. Nach ein paar weiteren Stunden kommen die anderen endlich raus und schauen nicht schlecht. Die Sandburg ist mittlerweile zwei Meter hoch und wir sind am Feinschliff angelangt, Mario hilft mir gerade von der Leiter runter, als die anderen ankommen. „War euch langweilig?“ Dakota schaut zu mir hoch und ich springe die letzte Stufe der Leiter hinunter, dann grinse ich ihn an. „Nein, das machen Mario und ich immer. Egal wo wir an einem Strand sind, wir bauen eine Sandburg.“ „Jap, genau wie damals im Kindergarten, wo wir den Blödkerl eingebuddelt haben.“ „Und dann beschwerst du dich, dass wir dich für ein bisschen verrückt halten.“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch, danach geht alles ganz schnell. Noch mit der Schaufel bewaffnet, schnappe ich mir Sand und renne auf Castiel zu. Natürlich treffe ich ihn mitten im Gesicht, alle lachen, nur er nicht. Er kommt ganz nah auf mich zu, instinktiv will ich wegrennen, aber ich kann mich einfach nicht bewegen. Der Rotschopf packt mich wirft mich über seine Schulter und läuft mit mir zum Meer. „Cas? Was hast du vor?“ Mario winkt mir lachend und ich schlucke, immerhin habe ich ja noch das tolle Kleid an. „Castiel, lass mich sofort runter. Wenn du das machst, was ich denke, dass du machst, bring ich dich um.“ „Das schaffst du sowieso nicht.“ Panisch schaue ich über seine Schulter und dann wieder zum Strand. „Dakota! Nathaniel! Helft mir.“ Doch beide schütteln nur den Kopf und grinsen vor sich hin, wieso müssen sie auf einmal zusammenarbeiten? „Lass mich runter.“ Mittlerweile stehen wir in den Wellen, er grinst mich an. „Wie du wünschst.“ Ohne eine weitere Vorwarnung lässt er mich einfach fallen und ich lande im Wasser. „CASTIEL!!!“ Ich sitze im Wasser und schaue wütend zu ihm hoch, dann ziehe ich an seinem Bein und er fällt auch einfach um. „Du…“ „Überleg dir gut, was du jetzt zu mir sagst Cas.“ Genervt steht er auf und hält mir die Hand hin, ich erfasse sie und er zieht mich hoch. Er läuft aus dem kühlen Nass und an den anderen vorbei ins Haus, ich gehe zu Draguna und Mischa. „Manchmal frage ich mich echt, wer hier das Mädel ist.“ „Er ist doch nur ein bisschen nass geworden, der soll sich nicht so haben.“ „Ob ich mich entschuldigen soll?“ „Für was denn? Er hat dich ja zu erst reingeschmissen.“ Nachdenklich schüttle ich den Kopf, dann schaue ich zu den anderen, sie haben es sich alle in den Liegestühlen bequem gemacht. „Naja ich muss mich ja jetzt sowieso umziehen gehen.“ Meine Füße tragen mich hoch in den ersten Stock, doch anstatt in unser Zimmer zu gehen, gehe ich zwei Türen weiter. Leise klopfe ich an, aber ich bekomme keine Antwort, ich öffne die Tür und schaue rein. „Cas?“ Doch er ist nirgends zu sehen, ich schließe die Tür und schaue mich im Zimmer um. Es sieht eigentlich genauso aus wie bei uns, nur das ein paar mehr Betten darin stehen. Auf einmal geht die Badezimmertür auf und Castiel kommt heraus, ich werde feuerrot und fange an zu stottern. „Was machst du denn hier?“ „I-i-ich…wollte gerade wieder gehen.“ Natürlich laufe ich erst einmal gegen die Tür, irgendwann bekomme ich sie auf und renne in unser Zimmer, dort angekommen, schließe ich mich im Bad ein. „Oh Gott war das peinlich.“ Irgendwann traue ich mich wieder raus und ziehe mich schnell um, dann setze ich mich aufs Bett und warte. Es klopft zweimal an der Tür und dann schaut Castiel rein, er setzt sich zu mir aufs Bett. „Was war das eben Kleine?“ Ich nehme mir ein Kissen und umarme es, dann schaue ich ihn an. „Ich wollte mich entschuldigen, aber dann kamst du da aus dem Bad….und…ach keine Ahnung.“ „Hat es dir so sehr die Sprache verschlagen?“ Er lacht und knufft mich in den Oberarm, ich verdrehe die Augen. „Nein du Held, falls du es vergessen haben solltest, wir waren jetzt so ungefähr neunmal zusammen alle am Strand. Ich weiß wie du Oberkörperfrei aussiehst.“ „Und warum dann dieser Aufstand?“ „Keine Ahnung.“ Der Rotschopf sieht mich an und fängt dann an zu lachen, er nimmt mir das Kissen weg und legt meine Hände in seine. „Du warst aufgeregt, weil du mit mir alleine warst oder?“ Ich fange an zu blinzeln und lege dann den Kopf schief, dann weiten sich meine Augen. „Nein, auf keinen Fall.“ „Oh doch, du magst mich und zwar mehr als die anderen beiden richtig?“ „N-nein.“ Seine Augenbraue geht ganz langsam hoch und der Gesichtsausdruck wird steinern. „Also, ach keine Ahnung Cas, das ist alles gar nicht so einfach.“ „Was? Sich zu verlieben? Das ist verdammt einfach, aber die Gefühle erwidert zu bekommen ist schwieriger.“ Ruckartig steht er auf und lässt meine Hände fallen, schnellen Schrittes geht er zur Tür. „Cas…“ Abrupt bleibt er stehen, ich habe mich von hinten an ihn geschmissen und umarme ihn. Seine Hand fasst nach der Meinen, die fest auf seiner Brust liegt. „Ich hab dich lieb.“ „Ich dich doch auch Kleines, aber es tut weh, ich hoffe du verstehst das.“ „Ja.“ „Bitte entscheide dich schnell nach den Dates, ich halte das nicht mehr lange aus.“ Er dreht sich um und legt seine Arme um mich, mein ganzer Körper zittert und ich seufze. Castiel legt seinen Kopf auf meine Schulter und ich streiche über seine Haare. „Komm wir gehen wieder runter, wer weiß was die anderen noch denken.“ „Du weißt, dass mir das egal ist oder?“ „Ja…aber mir nun mal nicht.“ Ich schiebe ihn aus unserem Zimmer und schließe die Tür, still laufen wir nebeneinander her. „Kannst du dich nicht einfach so entscheiden?“ „Ich wünschte es Castiel, aber es ist einfach zu schwer. Ihr seit alle drei in gewisser Hinsicht Traumtypen.“ „Aha.“ „Jetzt sei nicht sauer. Ich kann doch auch nichts dazu, dass ich keinen bestimmbaren Typ habe, auf den ich stehe.“ „Ihr Frauen seit echt kompliziert.“ „Du?“ „Was?“ Er sieht mich mit hochgezogener Augenbraue an und schließt die Terrassentür hinter mir. „Was ist da mit Nate vorgefallen? Also das er mir gegenüber einen Vorteil hätte.“ „Wie meinst du das?“ „Naja, als wir uns damals im Romanique getroffen hatten, war Nate ja noch mit bei mir und dann sind wir auf ein Thema zu sprechen gekommen, welches er nicht vertiefen wollte. Er hat dich geschützt, obwohl er deine Chancen bei mir anscheinend hätte verschlechtern können.“ „Ach das…naja wenn das Weichei nicht drüber redet, werde ich es auch nicht machen.“ „Cas…zum Teufel noch einmal, ich will wissen was da war.“ „Nein Kleines, das ist eine Sache zwischen mir und Nate.“ „Streitet ihr euch deswegen dauernd?“ „Was? Mhm, vielleicht.“ „Sag es mir, bitte.“ „Wieso sollte ich? Schmeißt du mich sonst nochmal ins Wasser?“ „Nein, ich werde dich bei lebendigem Leib im Sand einbuddeln.“ Ich sehe ihn so böse an, dass er es für einen kurzen Moment zu glauben scheint. Dann fängt er laut an zu lachen und tätschelt mir die Schulter. „Du bist echt niedlich, wenn du wütend bist.“ Er läuft die Treppe hinunter und ich bleibe noch nachdenklich am Absatz stehen, was war da nur los?

Wir lassen den Abend gemütlich zusammen ausklingen und schauen uns eine Trash Sendung im TV an, Armin hat so starken Sonnenbrand, dass er sich nicht einmal schmerzfrei auf die Couch setzen kann. Alexy und Mario haben kleine Knabbereien für uns alle in Darwin besorgt und füllen verschiedene Schüsseln mit Schokolade, Chips und Keksen. Castiel und Dakota stellen jedem ein Glas hin und Nathaniel füllt alle mit verschiedenen Inhalten. „Wieso müssen wir eigentlich so einen Scheiß schauen?“ Castiel schmeißt sich genervt neben Armin auf das Sofa, er schreit kurz auf, weil es am Rücken reibt. „Pass doch auf.“ „Sorry.“ „Naja Castiel, was würdest du denn gerne schauen?“ Sam setzt sich in einen der noch leeren Sessel und schaut ihn an. „Irgendwas mit Action, Dake? Ihr werdet doch bestimmt eine Menge DVD´s haben.“ „Ja, haben wir, schau mal da hinten ist eine Vitrine.“ Der Rotschopf steht auf, dieses Mal aber sehr vorsichtig, Armin dankt es ihm mit einem gequälten Lächeln. „Gute Auswahl.“ Misha stellt sich daneben und sucht mit, natürlich fangen beide an zu streiten. Genervt geht Draguna dazwischen und stellt sich vor das Regal, dann schließt sie die Augen und zieht einfach irgendeinen Film raus. Es ist „Der Teufel trägt Prada“, sie grinst und wirft mir die Hülle zu, ich quieke vor Freude. „Vergiss es, das schaue ich erst Recht nicht.“ Cas verschränkt die Arme und funkelt mich an. „Aber das ist einer meiner Lieblingsfilme.“ Nun schaut mich jeder etwas entgeistert an. „Das ist doch nicht dein Ernst.“ Misha zieht eine Augenbraue hoch und Castiel tut es ihr gleich. „Seit wann bist du denn so ein richtiges Mädel?“ Dakota kommt neben mich, grinst und nimmt mir die Hülle ab. „Wie schon damals gesagt Dake…jeder muss mal ein Mädchen sein.“ Er lacht und ich weiß genau, dass er an jenen Tag zurück denkt, wo er mich geküsst hat und dann Rafael aufgetaucht ist. Der blonde Junge drückt mir die DVD wieder in die Hand und schüttelt grinsend den Kopf. Irgendwann sind alle überzeugt und wir schauen endlich den Film, Mischa kuschelt sich vorsichtig an Armin. Kurz hält er die Luft an, aber versucht dann einfach den Schmerz zu ignorieren. Auch Draguna lehnt sich an Lysander an und füttert ihn mit Chips, Mario und Alexy haben sich auch aneinander gekuschelt und grinsen um die Wette. Sam sitzt gelangweilt im Sessel, aber sobald sein Handy vibriert strahlt er richtig und ist ganz vertieft. Ich sitze neben Castiel und Nate und neben jenem sitzt Dakota. Natürlich fühle ich mich leicht unwohl, immerhin könnte jeder sofort etwas falsch verstehen. Aber irgendwann ist mir das egal und ich konzentriere mich nur auf einen meiner Lieblingsfilme. Danach schauen wir dann doch wieder die Trash Sendung, weil die Jungs und auch Mischa Angst haben, dass sie wieder einen Kitschfilm schauen müssen. Irgendwann verschwinden wir alle in unsere Zimmer und legen uns schlafen. „Bist du schon aufgeregt wegen morgen?“ Ich drehe mich nochmal in die Richtung von Mishas Bett und nicke, auf einmal fällt mir ein, dass es ja dunkel ist. „Ja, schon etwas.“ „Naja, Nate hat sich bestimmt irgendwas Kitschiges ausgedacht oder?“ „Keine Ahnung, ich erfahre ja nichts. Ich weiß nur, dass ich morgen früh um acht unten stehen soll.“

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