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- Kapitel XLI -

Als ich nach Hause komme ist niemand da, auch praktisch, alle Zimmer sind leer. „Wo sind die nur alle?“ Auch auf der Terrasse ist niemand, ich gehe wieder ins Wohnzimmer und lege mich auf die Couch. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal ganz alleine in dieser Wohnung war. Doch die Ruhe ist nur von kurzer Dauer, die Eingangstür wird aufgeschlossen, es sind Draguna und Lysander. „Na komm schon Lys sie wird sich schon was bei gedacht haben.“ „Das war pure Rache mehr nicht.“ Ich werde immer kleiner auf der Couch und hoffe, dass sie mich nicht bemerken. Auf einmal steht Lysander über mir und blickt auf mich hinunter, er grinst. „Wenn du dich verstecken willst, solltest du auch den Fernseher ausmachen.“ „Verdammt.“ „Warum hast du das gemacht?“ „Ich dachte, dass es ganz witzig wird?“ „Verdammt, wir haben derzeit andere Probleme Sasa.“ „Aber…als ich uns angemeldet habe, hatten wir diese Probleme noch nicht, also so in dem Ausmaß noch nicht.“ „Trotzdem, wie sollen wir das denn alles hinbekommen?“ „Ist doch einfach, der Wettbewerb ist direkt nach den Ferien und die Veranstaltung ja erst in zwei Monaten.“ „Du stellst dir das alles ganz einfach vor oder? Wir müssen auch proben und Texte auswendig lernen und Schule ist ja auch noch.“ „Ach Lys, du bist der Letzte, der das nicht hinbekommt.“ „Ich rede ja auch von anderen Leuten, wie Castiel.“ „Der kann das auch! Üben muss er ja sowieso nicht viel er ist ein Naturtalent.“ „Schön, dass du dennoch so viel von ihm hältst.“ „Natürlich, ich liebe ihn immerhin, nur ist es schwer.“ „Klar, aber es zeigt, dass doch noch Hoffnung besteht.“ „Bist du mir nicht böse Lys? „Nein, ich sehe es als Racheakt und dementsprechend sind wir ja nun quitt.“ „Genau.“ Ich lächle ihn an, er grinst und streicht mir über den Kopf, Draguna sieht mich nun fragend an. „Wie war es denn mit Amber?“ „Ganz gut wieso?“ „Du verheimlichst mal wieder was.“ „Ähm nö.“ „Also doch, erfahren wir es noch?“ „Jap.“ „Bald?“ „Irgendwie schon ja.“ Auf einmal klingelt mein Handy, es ist Nate, ich seufze und verschwinde gestikulierend in mein Zimmer. „Ja?“ „Wieso hast du es mir nicht erzählt?“ „Was?“ Verwirrt sehe ich das Telefon an, meint er etwa nicht die Schwangerschaft? „Warum hast du mir nichts von Ambers Verdacht erzählt?“ „Weil ich es selbst erst seit drei Tagen weiß?“ „Dennoch hättest du mich anrufen müssen.“ „Was hätte dir das denn gebracht Nate mhm? Ändern kann man da sowieso nichts dran.“ „Ich hätte mir aber eine Palette an Antworten und Hilfestellungen für sie gegenüber meiner Eltern parat legen können.“ Es klingt sehr einleuchtend, was er da erzählt, aber dennoch verstehe ich ja auch Amber. „Sie wollte sich halt erst sicher sein und hat es auch nur zwei Personen erzählt.“ „Aber warum gerade dir? Ihr seid jetzt wirklich nicht die besten Freundinnen oder?“ „Keine Ahnung, aber sie scheint mir halt zu vertrauen. Sei doch froh darum, ich bin da auch wirklich ruhig.“ „Ja, naja, danke, dass du da heute mit ihr hingegangen bist.“ „Kein Problem, wie haben deine Eltern denn reagiert?“ „Naja, Amber hat entschieden auszuziehen und bei Rafael zu wohnen.“ „Oh, gar nicht gut.“ „Nein, ich weiß auch nicht, was meine Eltern nun machen werden.“ „Sie werden sie ja kaum zur Abtreibung zwingen können, immerhin ist sie alt und reif genug.“ „Stimmt, das könnte jeder Arzt und auch Gutachter bestätigen.“ „Da bin ich mal gespannt, wie es weitergeht.“ Wir legen dann auf und ich sitze erst Mal still alleine da. Dann gehe ich wieder raus, Draguna und Lys sitzen auf der Couch und unterhalten sich. „Wo ist eigentlich Misha?“ „Die ist mit Armin in der Stadt nach neuen Spielen schauen.“ „Ah, und Mario?“ „Bei Leigh.“ „Wo denn sonst?“ „Stimmt auch wieder.“ „Willst du heute noch was machen oder lieber daheim sein oder alleine oder sonst was?“ „Ich weiß es nicht wirklich, Amber wollte sich noch melden, aber ich denke kaum, dass sie das heute machen möchte.“ „Mhm, willst du trainieren gehen?“ „Ich glaube ja, das ist vielleicht das Beste.“ Ich laufe in mein Zimmer und fange an die Sporttasche zu packen, danach gehe ich wieder raus. Winkend verabschiede ich mich und sprinte die Treppen hinunter bis in den Keller. Dort hole ich das Rad und trage es hinauf, dann schwinge ich mich in den Sattel und fahre los. Keine zehn Minuten später stehe ich vor Michelle am Check-In. „Hey da bist du ja endlich mal wieder.“ „Hast du mich etwa vermisst?“ „Natürlich, ich habe mir auch Sorgen gemacht.“ „Mhm?“ „Na wegen dem was so in den Zeitschriften über dich, Debrah und Castiel steht.“ „Oh, das konnte man da lesen?“ „Natürlich, ihr seid berühmt, da wird überall über sowas geschrieben.“ „Na ganz toll.“ „Aber jetzt trainier mal in Ruhe.“ „Danke.“ Schnell ziehe ich mich um und fange mit dem Training an, es ist sehr ruhig heute. Immerhin sind Ferien, die meisten, die hier dann trainieren sind irgendwo in Urlaub. Dennoch vernehme ich Trainingsgeräusche aus der Halle, wo die Utensilien für das Boxen stehen. Vorsichtig und leise öffne ich die Tür und linse hinein, es ist Castiel der den armen Box Sack ganz schön in die Mangel nimmt. Sein Gesicht sieht schmerzverzehrt aus, wie lange er wohl schon trainiert? Ich schließe wieder die Tür und widme mich meinem Training, viel Krafttraining und viel Ausdauer. Meine komplette Wut trainiere ich ab, aber leider hilft das ja nicht gegen das eigentliche Problem. Seufzend trinke ich einen großen Schluck und checke mich mit dem Schlüssel aus. Dann schaue ich wieder zur Tür, noch immer hört man die Geräusche, noch einmal gehe ich hin. Der Kerl trainiert schon seit über drei Stunden und wer weiß wie lange er wirklich schon da ist. Als ich die Tür öffne, sehe ich einen dehydrierten Castiel, der jeden Moment droht umzukippen. „Cas! Verdammt! Hör auf.“ Schnell gehe ich zu ihm hin und ziehe an seinem Arm. Er scheint mich nur noch durch einen Tunnel wahrzunehmen, sein Blick ist leer. „Cas? Kannst du mich hören? Setz dich hin, ja da auf die Matte.“ Ich ziehe ihn auf die große Matte und drücke ihm mein Wasser in die Hand, er trinkt es gierig. „Du bist ein Idiot.“ „Wieso?“ „Weil du dich hier kaputt machst verdammt und wieso?“ „Ich musste meinen Kopf frei bekommen.“ „Frei? Du siehst eher tot aus verdammt.“ „Machst du dir etwa sorgen um mich?“ „Natürlich mache ich mir sorgen um dich, wieso sollte ich nicht?“ „Weil wir nicht zusammen sind?“ „Ja und? Trotzdem bist du mir wichtig und…“ „Und was?“ „Und ich liebe dich Castiel. Also werde ich mir auch immer sorgen um dich machen.“ „Sasa, wenn du mich liebst, warum sind wir nicht zusammen?“ „Weil ich Zeit brauche.“ Er schaut mich an, dann beugt er sich zu mir rüber und küsst mich. Erstaunt reise ich die Augen auf. Doch ich lasse es geschehen, vorsichtig lege ich meine Arme um ihn und ziehe ihn näher an mich. Lange sitzen wir so da und küssen uns, zaghaft streicht er mir eine Strähne hinters Ohr. „Können wir den Scheiß nicht einfach vergessen?“ „Ich versuche es Cas, aber es wird einfach noch dauern. Für mich ist das wie betrogen werden, es nagt an mir, bitte gib mir die Zeit.“ „Ok, solang ich weiß, dass du mich liebst ist das ok.“ „Castiel ich liebe dich und werde dich auch immer lieben, bis es mich wohl umbringen wird.“ „Ich hoffe, du weißt, dass es bei mir genauso ist.“ Er gibt mir einen Kuss und steht auf, seine Beine wackeln beängstigend. „Ich gehe mit dir an die Umkleide.“ „Danke.“ Bis ich aus der Dusche komme ist Castiel schon weg, nachdenklich fahre ich nach Hause und werfe mich sofort in mein Bett.


The Walking Dead – Fan Fiktion

Love till someone gets bitten!



Kapitel III

Atlanta

„Meinst du wirklich, dass es da sicher ist?“ „Laut den Medien schon.“ „Und was ist, wenn es dort schon viele Beißer gibt?“ „Das sehen wir dann, wir haben genug Waffen um uns zu wehren.“ „Wenn du mir erklärst, wie die funktionieren.“ „Du weißt nicht wie eine Pistole funktioniert?“ „Ich habe sowas noch nie gebraucht.“ „Wir sind in Amerika, da weiß jeder, wie eine Waffe funktioniert.“ „Ich nicht.“ „Gut, ich bringe es dir bei.“ Raven überlegt, was die einfachste Fahrt nach Atlanta ist, vor dem Highway biegt sie wieder ab. „Aber?“ „Der ist jetzt sowieso überlastet.“ „Meinst du?“ „Hörst du nicht das Hupen? Jeder der die Nachrichten in einem Umkreis von hundert Kilometern gehört hat wird nach Atlanta fahren und das über den Highway.“ „Oh und jetzt?“ „Wir fahren über die Landstraßen.“ „Aber das dauert ewig.“ „Naja nicht so lange wie da durch den Stau und Angst haben zu müssen, dass von irgendwo ein Beißer herkommt.“ „Also in Bewegung bleiben?“ „Genau, wie im Krieg, man darf nicht lokalisiert werden.“ Sie fahren eine Stunde lang über kleine Landstraßen, bis sie halt machen um sich die Beine zu vertreten. „Es sieht hier so idyllisch aus.“ „Ja, aber der Schein kann trügen.“ „Gott bist du manchmal pessimistisch.“ „Nein vorsichtig.“ Raven öffnet den Kofferraum und holt ein paar Waffen heraus. „Am besten zeige ich dir wie jede funktioniert, denn irgendwann gehen die Patronen aus.“ Mary-Ann nickt ehrfürchtig und begutachtet die Pistole in ihrer Hand, Raven baut ein paar Meter entfernt ein paar Dosen auf. „So, dann fangen wir mal an.“ Mit einer engelsgleichen Geduld erklärt sie ihrer besten Freundin, wie sie mit der Pistole umzugehen hat. Nach einer halben Stunde hat sie es endlich raus und ist überglücklich. „Du weißt aber, dass es mit beweglichen Zielen schwieriger ist oder?“ „Ja schon klar.“ Mary-Ann ist genervt, sie kommt sich sehr verloren und hilflos vor. „Sag mal, meinst du, dass es Mr. Grimes schafft?“ „Ich weiß es nicht, ich hoffe es einfach nur und werde zurückkommen.“ „Wie bitte?“ „Ich will nach Atlanta und einen Krankenhaushelikopter holen und dann die restlichen Überlebenden rausholen.“ „Spinnst du? Der Einzige wo da vielleicht noch lebt ist der Polizist und für den willst du dein Leben riskieren?“ „Ja.“ „Wieso denn bitte? Du kennst ihn doch gar nicht?“ „Ja und? Ich denke, dass er das genauso machen würde.“ „Warum? Weil er ein Polizist ist? Ich glaube bei so einer Apokalypse ist jeder egoistisch.“ „Vielleicht, aber ich denke, dass sich da der wahre Charakter erst zeigt.“ „Dann bin ich also eine blöde Kuh oder?“ „So in der Art ja.“ Lachend kneift sie in Mary-Anns Arm, diese lächelt gequält. „Wir sollten mal weiter.“ „Meinst du?“ „Ja.“ Sie fahren weiter und an jedem Haus bleiben sie stehen und schauen nach, ob die Menschen noch leben oder schon tot sind. Die Bilanz ist leider sehr ernüchternd, Raven weiß, dass sie noch nie so viele Menschen wie an diesem einen Tag getötet hat. Am Abend verschließen sie das Auto, machen alle Lichter aus und legen sich auf die Rückbank in die Schlafsäcke. „Sollen wir Wache halten?“ „Schlaf du ruhig, ich bleibe wach.“ „Aber das hältst du nicht lange durch.“ „Ich kann vier Tage ohne Schlaf auskommen, verdammt ich bin Ärztin.“ „Ja ok, du hast ja Recht, aber mir ist nicht wohl dabei.“ „Schon in Ordnung.“ Ihre Freundin kuschelt sich ein und schläft sofort, seufzend schaut Raven aus dem Fenster. Sie fragt sich, ob ihre Brüder es geschafft haben und nun in Sicherheit sind und sie fragt sich, warum ihr Vater wirklich so kalt war. Auf einmal hört sie ein undefinierbares Geräusch, eine Art schlurfen. „Oh scheiße.“ Sie macht sich ganz klein im Wagen, ihre Hoffnung ist, dass die getönten Scheiben ihren Zweck erfüllen. Es ist eine ganze Gruppe Beißer die an dem Jeep vorbeilaufen, ein Paar bleiben stehen und schnuppern. Ein paar Mal kratzen und ruckeln sie an den Türen, aber nichts passiert, dann ziehen sie weiter. Raven holt die Karte heraus und schaut, wo die Beißer hinlaufen. 

„Verfickte Scheiße.“


Mittlerweile ist es früher Morgen, noch immer studiert sie die Karte, es bleibt kein anderer Ausweg. „Raven?“ „Ja?“ „Alles in Ordnung?“ „Leider nein, wir hatten heute Nacht Besuch von einer Horde Beißern.“ „Wie bitte?“ „Jap und sie sind auf dem direkten Weg nach Atlanta, wir müssen also einen Umweg nehmen, wenn wir ihnen nicht nochmal begegnen wollen.“ „Haben wir denn dafür genug Benzin?“ „Sollte schon reichen, aber in der Stadt wird es dann knapp.“ Sie gehen in das verlassene Farm-Haus und schauen nach etwas essbarem, der Anblick, der von ihnen getöteten Menschen, macht sie beide sehr nachdenklich. „Ich weiß nicht, was ich davon halten soll Raven.“ „Von was denn?“ „Von der Art, wie wir überleben.“ „Wir töten Menschen, die keine mehr sind und denen man nicht mehr helfen kann. Du solltest da keine Gewissensbisse haben Mary-Ann.“ „Aber es waren mal Menschen, sie sind immer noch Lebewesen.“ „Die dich fressen wollen.“ Wütend sieht ihre beste Freundin sie an und läuft aus dem Haus, Raven holt noch ein paar Sachen aus dem Vorratsschrank und folgt ihr. Im Gang schaut sie sich um und sieht die Familienfotos, traurig lächelt sie, sie waren wohl eine glückliche Familie. Auf einmal hört sie von draußen einen Schrei, ohne nachzudenken lässt sie alles fallen und rennt raus. „Mary-Ann!!!“ Ihre Freundin steht inmitten von einer Gruppe Beißern, ohne zu zögern zieht Raven ihren Revolver und schießt gezielt los. Einer nach dem Anderen fällt tot ins Gras, Mary-Ann zittert am ganzen Körper. „Bist du gebissen worden?“ „Nein, ich glaube nicht.“ „Zeig mal.“ Sie schaut alle offensichtlichen Stellen ab, aber keine Bisswunde, ihr fällt ein Stein vom Herzen. „Du gehst ins Auto und verriegelst es verstanden? Ich hole das Essen von drinnen.“ Schnell erledigt Raven alles und steigt wieder ins Auto ein, dann fahren sie los. „Wir werden bis Atlanta nicht mehr anhalten.“ „Wieso?“ „Zu gefährlich.“ „Aber…“ „Nichts aber, ich habe keine Lust dir auch eine Kugel durch den Schädel zu ballern.“ Eingeschnappt verschränkt Mary-Ann die Arme vor der Brust und schaut aus dem Fenster. Raven rast über die Landstraßen, hier und da erblicken sie einen Beißer und sie drückt mehr aufs Gas. „Du machst mir Angst.“ „Warum?“ „Weil du so rast.“ „Es kann nichts passieren uns kann nicht mal die Polizei anhalten, da die größere Probleme haben.“ Sie fahren einen mächtigen Bogen um Atlanta und brauchen so fast zwei Wochen. Immer wenn ihnen große Horden von Beißern begegnen nimmt Raven einen noch größeren Bogen. „Eine Autofahrt von eineinhalb Stunden auf über zwei Wochen ausgedehnt, wow.“ „Lass den Sarkasmus, der ist nicht angebracht, wenn es um dein Leben geht.“ Sie parkt das Auto in einer Seitenstraße am Anfang der Stadt, dann steigt sie aus. „Hey!“ Mary-Ann folgt ihr und knallt die Tür zu. „Was machst du da?“ „Schau dir die Barrikaden an, wir müssen zu Fuß weiter.“ „Können wir nicht die Maschine nehmen?“ „Mhm, wenn wir sie da durchbekommen könnte das klappen.“ Sie hieven die Maschine über die Absperrung und versuchen so viele Waffen wie möglich an ihren Körpern zu verstauen. „Gut, dann fahren wir mal los.“ Raven lässt den Motor aufheulen und die Maschine flitzt los, sie kommen an vielen Barrikaden vorbei. Doch kurz vor dem Zentrum der Stadt kommen sie nicht mehr weiter. „Ab hier müssen wir wohl doch laufen.“ Raven versteckt ihre Maschine zwischen ein paar Containern und dann gehen sie los. Es ist totenstill in der Hauptstadt Georgias, was doch sehr ungewöhnlich ist, den Mädchen ist gar nicht wohl bei dieser Tatsache. „Raven? Irgendwie glaube ich nicht, dass es hier noch eine Sicherheitszone gibt.“ „Da muss ich dir leider Recht geben.“ „Sollen wir wieder gehen?“ „Nein, wir brauchen einen Helikopter und vielleicht finden wir hier noch einen.“ „Raven, der wird schon tot sein, wenn du da hinkommst.“ „Nein, ich habe ihm genug Infusionen hingehängt, dass er zwei Monate durchhalten kann.“ „Und die Beißer?“ „Ich habe alles verriegelt, da kommt keiner rein.“ „Wenn du das sagst, dennoch finde ich das verrückt von dir.“ Raven verdreht die Augen und läuft weiter über die Kreuzung, rechts von ihr sieht sie einen Panzer, links einen Bus. Als sie geradeaus schaut stockt ihr der Atem, überall Beißer. „Scheiße, scheiße, scheiße.“ Mary-Ann schreit instinktiv los, was durch alle Straßen schallt. „Ganz toll gemacht Mary.“ Die Beißer schauen sie an und laufen auf sie los, Raven schaut sich um, nimmt Marys Hand und läuft nach links. „Lauf schneller.“ „Aber die Waffen sind so schwer.“ Raven bleibt stehen und nimmt ihr die Waffen ab, selbige legt sie sich um, dann rennen sie weiter. „Wie kannst du mit so viel laufen?“ „Übung. Halt die Klappe und renn einfach ja? Du wirst jeden Atemzug brauchen.“ Mary-Ann nickt und wird ein bisschen schneller, doch mit Raven kann sie nicht mithalten. Sie wird immer langsamer und die Beißer holen auf, Raven nimmt wieder ihre Hand und zieht sie mit. „Lass mich einfach los.“ „Vergiss es, ich lasse dich nicht sterben.“ „Du hast ohne mich bessere Chancen.“ „Halt einfach deine blöde Klappe, ich will sowas nicht hören verstanden?“ Das brünette Mädchen sieht ein Kaufhaus und sieht die Feuerleiter. „Wir haben es gleich geschafft, halt noch ein bisschen durch.“ Mary-Ann kann schon nicht mehr reden und röchelt nur noch so erschöpft ist sie, dann lässt sie die Hand ihrer besten Freundin los und fällt hin. 

„Lauf einfach.“ „Nein.“ 

Raven macht kehrt und zieht sie hoch, doch ein Beißer hat schon ihren Fuß im Mund. Aus ihrer Kehle kommt nur noch ein schmerzerfüllter Schrei. „Lauf, bitte, du musst überleben Raven.“ „Nein…ohne dich geh ich hier nicht weg.“ „Für mich ist es eh zu spät, lauf jetzt.“ Sie verzehrt das Gesicht und Raven blickt auf, immer mehr Beißer kommen nun und gehen nun auf sie zu. Schnell rennt sie los und bemerkt, dass vom Dach des Kaufhauses Pfeile kommen und die Beißer hinter ihr attackieren. Doch am Kaufhaus angekommen sieht sie, dass die Feuerleiter versperrt ist, wieder flucht sie lauthals los, hinter ihr kommen schon die ersten Beißer. Sie versucht umständlich mit den Waffen irgendwie die Leiter hochzukommen, doch sie wurde gut verbarrikadiert. Ein Seil kommt neben ihr hinuntergesaust und sie ergreift es sofort, sie wird hochgezogen, doch ein paar Beißer greifen nach ihr. „Nicht mit mir ihr Mistviecher.“ Sie schnappt sich ihren Revolver und schießt ihnen in die Mitte der Stirn, dann sieht sie einen Beißer genau an und wird blass. „Nein.“ Total geschockt kann sie Mary-Ann nicht aus den Augen lassen, die Tränen laufen ihr hinab, dann wird sie über die Brüstung gezogen und ihre Freundin gerät aus dem Sichtfeld. 

„Alles in Ordnung?“ 

„Nein, gar nichts ist in Ordnung verdammt, hast du dir das mal angesehen da unten?“ Weinend blickt sie hinauf in bekannte blaue Augen, ohne darüber nachzudenken lässt sie sich in Daryls Arme fallen und weint darauf los. Der braunhaarige Mann sieht verwirrt auf die junge Frau in seinen Armen hinab, kurz muss er lächeln. „Es freut mich auch dich wiederzusehen.“

- Kapitel XL -

Am nächsten Morgen wache ich erst gegen zehn auf und laufe gemütlich aus dem Schlafzimmer. In dem Sessel im Wohnzimmer sitzt Amber und redet mit Draguna und Lysander, sie strahlt mich an. „Da bist du ja, hast du etwa vergessen, dass wir shoppen wollten?“ Etwas verdutzt sehe ich sie an und lege den Kopf schief, dann fällt es mir wieder ein. „Ach stimmt ja, entschuldige, ich mache mich sofort fertig und dann können wir los.“ „Das sie mit dir freiwillig shoppen geht, bring sie mir heil wieder ja?“ „Natürlich du kennst mich doch Draguna.“ „Genau deswegen, unsere Sasa ist nicht so begeistert davon wie du.“ „Sie braucht halt auch mal was anderes zum Anziehen und immer nur das von Mario und Leigh…die haben doch auch noch anderes zu tun.“ „Ja, aber die machen das gerne für uns.“ „Natürlich, aber sie haben auch andere Kunden und ihr müsst auch mal in erschwinglichen Sachen rumlaufen.“ „Wie meinst du das?“ „Na wegen euren Fans, für die seid ihr Vorbilder, da könnt ihr nicht immer in so teuren Designer-Sachen rumlaufen.“ „Da könntest du Recht haben.“ „Ich habe immer Recht.“ Schnell gehe ich ins Ankleidezimmer und suche mir etwas Bequemes raus. Dann schnappe ich mir Amber und wie machen uns auf den Weg zum Frauenarzt. „Dir ist aber klar, dass wir dann nachher wirklich einkaufen müssen oder?“ „Ja, tut mir leid, aber wir holen dir einfach ein paar Hosen und ein paar Shirts und gut ist.“ „Na wenn du meinst.“
„Vielleicht tut mir die Ablenkung danach auch gut.“ „Ja, da könntest du Recht haben, dann mache ich das auch gerne mit dir.“ Lächelnd hacke ich mich bei ihr unter und wir laufen zur Straßenbahn, die nächste Bahn kommt in zehn Minuten. „Hast du denn ein Gefühl Amber?“ „Mhm?“ „Naja, man fühlt es doch irgendwie, ob man es ist oder nicht.“ „Keine Ahnung um ehrlich zu sein.“ Still stehen wir nun wieder nebeneinander, die Blätter sind schon alle herbstlich gestimmt und wirbeln auf dem Boden umher. „Das sieht einfach schön aus.“ „Magst du den Herbst?“ „Ja, Nate und ich haben früher viel dann draußen gespielt, das war mir immer lieber als eine Schneeballschlacht.“ „Glaube ich dir sofort.“ Die Bahn kommt und wir steigen ein, die Fahrt zu der Ärztin dauert eine viertel Stunde. Amber schaut gedankenverloren aus dem Fenster, ich schaue auf mein Handy. Eine Nachricht von Castiel ist drauf, schnell überfliege ich sie und seufze laut. „Alles in Ordnung?“ „Keine Ahnung, Cas hat geschrieben.“ „Was schreibt er denn?“ „Wie es mir geht und was ich heute mache.“ „Immerhin fragt er nicht, wie du dich entschieden hast, das ist doch schon mal was.“ „Ja, aber eigentlich weiß ich ja, dass er genau das wissen will.“ „Er weiß aber auch, dass du dich für das Richtige entscheiden wirst.“ „Das Richtige für ihn oder für mich?“ „Für euch beide.“ „Und das wäre?“ „Das wir gemeinsam Debrah in den Arsch treten und ihr glücklich werdet.“ „Danke für deine Zuversicht Amber.“ Ich lächle sie an, dieses Mal ist es ein richtiges Lächeln von mir. „Glaub mir Sasa, es wird alles wieder gut und wir werden eine coole Clique.“ „Wie bitte?“ „Na so wir alle, Misha, Draguna, Yogan, Kim, Jenny, Sakura und ich.“ „Samt den Partnern?“ „Klar.“ „Du zählst dich zu uns?“ „Ja, irgendwie schon, weißt du es tut mir wirklich leid, was ich über die Jahre alles gemacht habe. Aber jetzt wo ich andere Freunde habe, kann ich mich wohl ändern.“ „Und durch Rafael?“ „Ja irgendwie auch durch ihn, obwohl man das wohl nicht gedacht hätte.“ „Nein, eigentlich habe ich auf eine Art Super Gau gewartet.“ „Siehst du mal, negativ plus negativ gibt doch positiv.“ „Wer hätte gedacht, dass man Mathe wirklich im wahren Leben anwenden kann.“ Lachend steigen wir aus und orientieren uns. Amber wollte nicht zu ihrer üblichen Ärztin, da diese mit ihrer Mutter befreundet ist. Sicher ist wohl sicher, schnell ist das Haus gefunden und wir öffnen die Tür. Das arme Mädchen wird immer nervöser, an der Anmeldung rede ich und schon sitzen wir im Wartezimmer. Schnell wird Amber zu dem Schwangerschaftstest reingerufen, dann kommt sie wieder und wir warten auf das Ergebnis. Wir sitzen lange dort und warten, dass wir endlich aufgerufen werden, oft geht die Tür auf. 

Dann auf einmal steht Debrah im Wartezimmer, sie ist ebenfalls verblüfft und hier zu sehen, dann grinst sie. „Eieieieiei, wen haben wir denn da?“ „Hallo Debrah.“ Genervt sehe ich sie an, Amber beachtet sie einfach gar nicht. „Wenn das nicht die Verstoßene und ihr blonder Spion ist.“ „Verstoßene?“ „Passt doch ganz gut zu der Situation mit Castiel oder findest du nicht? Immerhin wollte er ja anscheinend doch lieber mich.“ „Wers glaubt du Miststück.“ „Amber bleib ruhig.“ „Glaub ja nicht, dass er dich wieder will, was sollte er denn mit einer wie dir?“ „Debrah sei einfach ruhig.“ „Er war bei dir oder? Hat dir erzählt er will dich wieder, aber er hat mich geküsst, überleg dir das gut. Castiel wird mich immer lieben und du wirst nur die zweite Geige spielen.“ „Debrah lass sie in Ruhe, du wirst nicht gewinnen, so blöd sind die beiden nicht.“ „Das werden wir ja sehen.“ „Amber? Das Ergebnis ihres Schwangerschaftstests ist nun da, folgen sie mir bitte.“ Amber und ich werden gleichzeitig blass, Debrah grinst diabolisch. Schnell ziehe ich Amber hoch und folge der Arzthelferin in eines der Behandlungszimmer. „Was machen wir denn jetzt?“ „Erst mal Ruhe bewahren, bevor wir nicht wissen, wie das Ergebnis ist.“ „Aber…“ „Ruhig jetzt Amber, du weißt nicht, ob sie hinter der Tür steht.“ Seufzend lässt sich die Blondine auf einen der Stühle fallen, ich tue es ihr gleich. Nach ein paar Minuten kommt die Ärztin hinein und begrüßt uns freudig. Dann schlägt sie eine Mappe auf und schaut sich irgendwelche Werte an, auch fragt sie Amber nach ihrem Alter. „Nun ja, es freut mich dir mitteilen zu dürfen, dass du schwanger bist und das in der 5. Woche.“ „Oh man.“ Ich sehe sie an, ein bisschen verliert sie die Fassung, dann lächelt sie aber. „Hast du noch Fragen?“ „Ja, da ich noch nicht volljährig bin…können meine Eltern mir befehlen abzutreiben?“ „Nein, sie können nur mit dir darüber reden. Aber entscheiden musst du, wenn du es behalten willst ist es dein gutes Recht, es ist dein Körper.“ Amber seufzt erleichtert auf, ich sehe sie erstaunt an, das kann ja heiter werden. „Danke, ich werde das Kind auf jeden Fall behalten, denn es wird ihm gut gehen. Egal ob meine Eltern das wollen oder nicht, wir bekommen das hin.“ Liebevoll schaut sie auf ihren Bauch hinunter und streichelt diesen. Dann lächelt sie mich an, ich nicke nur, ich habe sie noch nie so glücklich gesehen. „Wir werden alle für dich und auch für Rafael da sein.“ „Danke Sasa.“ Die Ärztin verabschiedet sich von uns und wir gehen wieder hinaus, nirgends ist Debrah zu sehen. „Was mache ich denn jetzt? Sie wird es überall rumerzählen.“ „Ja und? Du willst es ja behalten von daher ist doch egal und irgendwann sieht man es ja dann sowieso.“ „Du hast ja Recht, aber muss es denn jetzt schon sein? Und wie sage ich es Rafael und den anderen? Besonders meiner Familie?“ „Naja mit den anderen würde ich sagen, dass wir uns alle bei mir treffen und ein Essen machen, wo du es dann einfach jedem sagst. Aber bei deinen Eltern? Gute Frage, da gehst du am besten mit Rafael hin, macht bestimmt einen besseren Eindruck.“ Ich bringe sie zu Rafaels Haus und verabschiede mich von ihr. Dann laufe ich nach Hause, auf einmal fällt mir ein, dass wir ja gar nicht shoppen waren. Schulterzuckend gehe ich weiter, vielleicht merken die anderen es ja gar nicht.

Guten Morgen meine Lieben,

ich habe da doch mal eine Frage an euch...

Hättet ihr gerne das typische Weihnachtsspecial mit Sweet Amoris oder steht euch der Sinn nach etwas "Realem"?
Lasst es mich doch einfach mal wissen, weil langsam muss ich wohl mal in die Pötte kommen, damit ich den Termin brav einhalten kann ;)

Liebe Grüße

Sasa


The Walking Dead – Fan Fiktion

Love till someone gets bitten!







Kapitel II

Die Toten kommen!



Ihr Vater steht mit Tom in der Einfahrt und diskutiert mit ihm, wütend schauen sie zu der Maschine hin, seufzend stellt Raven sie ab. „Hallo Paps.“ „Hallo meine Kleine. Was war denn schon wieder los im Krankenhaus?“ „Nichts eigentlich, ganz normaler Alltag.“ „Und was war mit diesen Hinterwäldlern?“ „Himmel Herr Gott, wieso denkt jeder, dass die beiden solche Menschen sind?“ „Weil sie so rüberkamen? Sie haben dich angebaggert und deine Ehre in den Dreck gezogen.“ „Sie haben was?“ Lachend schiebt Raven die Maschine in die große Garage neben den Lamborghini, Massarati und den Astin Martin. Noch immer stehen beide Männer wütend vor der Garage und schauen sie an, sie zieht die Augenbraue hoch und beobachtet sie. „Was wollt ihr jetzt von mir mhm? Kann ich was dazu, dass ich so Menschen magisch anziehe?“ „Es kommt nicht gut in der Presse, wenn so Beschuldigungen ans Licht kommen.“ „Mein Gott, es war doch gar nichts, der hat es nur gut gemeint mit seinem Bruder, ging halt nach hinten los.“ „Du bist zu nachsichtig Schatz.“ Ihr Vater sieht sie streng aber liebevoll an, er weiß halt wie sie ist, sie wird sich niemals ändern. „Ich mach mir aus sowas halt nichts, kann ich jetzt rein? Oder habt ich noch irgendwelche verrückten Anschuldigungen?“ Betreten sehen die beiden Männer auf den Boden, Raven nickt und geht in das große Anwesen. „Männer.“ Seufzend nimmt sie zwei Stufen auf einmal und geht nach links ab, wo ihre Räume sind. Im Gehen zieht sie sich schon aus und hinterlässt eine Kleiderspur bis zur Dusche. Sie dreht das Wasser auf und holt frische Handtücher aus dem Schrank. Danach stellt sie sich unter die Dusche und lässt das heiße Wasser auf sich niederregnen. Natürlich stellt sie das Radio an und lauscht den Abendnachrichten, wieder wird von verrückten Todesfällen erzählt. „Hoffentlich wird das keine Epidemie.“ „Schatz?“ „Im Bad.“ Durch den Nebel sieht sie Tom nur verschwommen, ihr ist es sehr unangenehm, dass er hier ist. „Was gibt’s?“ „Deine Mum ist gerade heimgekommen, sie sieht gar nicht gut aus.“ „Wie meinst du das?“ „Sie sieht fiebrig aus, vielleicht solltest du mal nach ihr sehen.“ „Natürlich.“ Schnell wäscht sie sich die Haare und duscht sich ab, dann tritt sie hinaus und greift sich das Handtuch. Tom steht mit hochrotem Kopf vor ihr, es ist erst das zweite Mal, dass er sie nackt gesehen hat. Seufzend schüttelt sie den Kopf, immerhin kann sie ihn mit dem Sex hinhalten. Schnell zieht sie sich ihren Bademantel über und eilt durch den langen Gang zum Schlafzimmer ihrer Eltern.  

Dort liegt ihre Mutter auf dem Bett und sieht wirklich sehr krank aus. „Mum? Alles in Ordnung?“ „Ja Schätzchen, ich glaube das ist nur die Aufregung wegen heute Abend.“ Raven fasst an ihre Stirn und zieht die Hand sofort wieder weg. „Du glühst ja richtig.“ Schnell nimmt sie das Thermometer um sich zu vergewissern, es zeigt 44 Grad an. „Du musst sofort ins Krankenhaus.“ „Nein, ich gehe heute Abend mit auf den Ball.“ „Mum…das Fieber ist gefährlich.“ „Aber wir müssen deinen Vater unterstützen.“ „Du gehst entweder ins Krankenhaus oder bleibst hier ganz einfach.“ „Aber wenn ich hier bleibe, kannst du auch nicht mit, weil du dann wohl auf mich aufpassen wirst richtig?“ „Richtig.“ „Gut, dann gehe ich ins Krankenhaus.“ „Ok, ich werde dich gleich anmelden und mit dir hinfahren, Paps soll mich dann grad dort abholen.“ Schnell tätigt Raven drei Anrufe und keine zehn Minuten später ist der Krankenwaagen dort. Ängstlich sitzt sie mit einer Tasche neben ihrer Mutter und redet eigentlich eher sich ein, dass alles wieder gut wird. Denn ihre Mutter ist schon längst bewusstlos und bekommt gar nichts mehr mit, im Krankenhaus geht dann alles ganz schnell. Mary-Ann hat sich extra für eine Sonderschicht eintragen lassen und Raven zieht sich auch schnell um. „Bist du dir sicher, dass du das nicht an jemanden abgeben willst? Das könnte zu emotional werden, immerhin ist es deine Mutter.“ „Das bekomme ich schon hin, ich bin ein Profi.“ „Ich weiß.“ Natürlich weiß sie, dass sie spätestens in einer Stunde eigentlich sowieso die Akte abgeben muss. Dr. Schneider würde dann alles übernehmen und assistiert ihr bis sie gehen muss. „Raven, du solltest mal noch nach Mr. Grimes schauen, die Werte sehen nicht gut aus. Ich kümmere mich so lange um deine Mutter in Ordnung?“ „Ok, danke Frank.“ Es ist immer noch ungewohnt für sie Dr. Schneider zu duzen, immerhin war er ihr Ausbilder. Eine Weile steht sie an der geschlossenen Tür zu Mr. Grimes Zimmer, dann öffnet sie es mit einem Seufzen. Er ist wie immer ganz alleine, in Gedanken wechselt sie die Beutel, die ihm sein Überleben sichern. Dann studiert sie die neuen Werte und beginnt den Kopf zu schütteln, es sieht wirklich nicht gut aus, aber wenn man die Hoffnung nicht aufgibt wird das wieder. Sie dosiert das Morphium neu und gibt einer vorbeilaufenden Schwester die geänderte Akte. Auf dem kleinen Fernseher am Schwesternzimmer laufen gerade die Nachrichten, geschockt bleibt sie stehen. Der Beitrag handelt von den vielen Todesfällen, nur, dass die meisten leider nicht Tod bleiben. Entsetzt sieht sie sich die Bilder an und kann gar nicht glauben, was sie da sieht. Auch die nächste Nachricht gefällt ihr gar nicht, nämlich, dass es auch hier in King County gefährlich wird und der Notstand ausgerufen wurde. „Verdammte Scheiße.“ Natürlich weiß jeder im Krankenhaus, was das bedeutet, die Kranken bereit machen zur Umsiedelung, nämlich nach Atlanta. Dort soll es eine Schutzzone geben und das Krankenhaus wäre gut abgesichert. Schnell ruft sie ihren Vater an um ihm mitzuteilen, was los ist und das sie auf keinen Fall zur Veranstaltung mitkann. „Natürlich, dafür habe ich Verständnis mein Kind. Die Gala wird wohl sowieso abgeblasen und ein Notfallplan muss her, sobald ich etwas weiß, werde ich dich wieder anrufen.“ „Danke.“ Raven schließt nun die Augen holt tief Luft und versucht sich zu konzentrieren, sie muss jetzt professionell bleiben. „Mary-Ann?“ „Ja Raven?“ „Wir müssen eine Liste schreiben, welche Patienten als erstes verlegt werden müssen.“ „Ok, geht klar, ich setze mich mit den anderen Schwestern gleich hin.“ „Ok, danke.“ Die Ärzte treffen sich alle in dem Besprechungszimmer und warten auf die Akten der Schwestern. Natürlich wird wild diskutiert, was das denn sein könnte, aber man wird sich nicht einig. „Wann sollen die Hubschrauber und Wagen da sein?“ „In ungefähr drei Stunden.“ „Ok, das sollte ja reichen.“ Raven schreibt an die Wand alles Wichtige, was beachtet werden muss und man merkt schnell, dass sie im Krieg war. Auf einmal hören sie von draußen seltsame Geräusche, Raven steht auf und schaut hinaus, dann wird sie blass. „Heilige Scheiße.“ Auch die anderen stehen nun auf und werden blass bei dem Anblick der sich ihnen bietet, überall laufen tote Menschen umher und überfallen die noch Lebenden und fressen sie. „Das ist krank, was ist das nur?“ Mary-Ann sieht ihre Freundin panisch an, diese denkt schneller als je zuvor nach, wie sie hier lebend rauskommen sollen. „Mary?“ „Ja?“ „Verschließe die Tür bei meiner Mutter verstanden?“ „Ja und du?“ „Ich kümmere mich um Mr. Grimes.“ Beide verlassen nun den Raum und auch die anderen Ärzte rennen panisch raus, so viel zu kontrollierter Angst. Raven rennt zu Rick und verschließt die Tür hinter sich. Aus dem Schrank holt sie noch ein paar Beutel und steckt sie alle an. Dann schließt sie die Fenster, zieht die Vorhänge zu und öffnet wieder vorsichtig die Tür. Noch laufen nur lebende Menschen panisch umher, sie verschließt die Tür fest hinter sich und stellt ein Krankenbett davor. „Mary?“ Brüllend läuft Raven durch den Gang, aber sie ist nirgends zu finden, dann sieht sie aus einer Ecke einen Menschen aufstehen. Es ist Dr. Frank Schneider, ihr bleibt das Herz stehen, seine rechte Gesichtshälfte ist nicht mehr vorhanden und man sieht nur den Knochen. „Frank, geht es dir gut?“ Doch der kleine Mann kann nicht mehr reden und röchelt nur vor sich hin und schnuppert. Raven läuft es eiskalt den Rücken hinunter, sie sieht sich nach einer Waffe um und wird fündig. Mit der bloßen Hand schlägt sie in den Glaskasten, wo die Feuer Axt hängt. „Frank, bleib weg von mir, du weißt genau, dass ich gut mit dem Ding umgehen kann.“ Panisch steht sie mit dem Rücken zur Wand, ihr Mentor kommt immer näher und reist sein Maul auf. „Es tut mir Leid.“ Voller Wucht schlägt sie mit der Axt auf seinen Kopf und spaltet ihn, mit einem leisen dumpfen Schlag fällt er auf den Boden. „Raven!“ Mary- Ann sieht sie entgeistert und verweint an, aber sie weiß genau, dass ihre Freundin es verstehen wird. „Mary…ich glaube es gibt für niemanden mehr Hoffnung.“ „Wie kannst du sowas sagen?“ „Verdammt schau sie dir an! Sie sind tot und stehen dann wieder auf, das ist keine Krankheit.“ „Was dann?“

„Der Untergang der Menschheit.“ 

Auf einmal bricht eine Tür auf und über zwei Dutzend dieser toten Menschen kommen hereingestürmt. „Weg hier.“ „Aber Raven…“ „Weg hier verdammt!“ Sie fasst Mary-Ann am Arm und rennt los, doch überall kommen nun diese seltsamen Menschen her. „Hier rein.“ Sie öffnet eine Tür und schließt sie geräuschvoll, sie stehen im Treppenhaus. „Oh mein Gott Raven, was sollen wir nur machen?“ „Ich habe keine Ahnung, wir können nur ums Überleben kämpfen.“ „Wo sollen wir hin?“ „Erstmal zu mir.“ „Wieso?“ „Ich habe noch meine komplette Ausrüstung aus der Army.“ „Wirklich?“ „Klar, was denkst du denn?“ „Das man die wieder abgeben muss?“ Raven zieht die Augenbraue hoch und grinst ihre Freundin an, diese nickt nun wissend. Es pocht laut und dumpf gegen die Tür, beide schreien los, dann rennen sie die vier Stockwerke in die Tiefgarage hinunter. „Du bist hoffentlich mit deinem Auto da und hast den Schlüssel dabei oder?“ „Natürlich.“ Mary-Ann wedelt mit dem Schlüssel vor ihrer Nase, Raven schnappt ihn sich und öffnet den Wagen, dann rasen sie die Auffahrt hoch, überall sind diese Monster. „Schließ die Fenster und von mir aus mach die Augen zu.“ „Danke Raven.“ Das brünette Mädchen rast über die Straßen von King County, die über und über von toten Menschen bevölkert ist. „Wie kann man sie töten?“ „Anfahren bringt nichts, aber anscheinend müssen wir das Gehirn ausschalten.“ „Bedeutet?“ „Kopf spalten oder Kopfschuss.“ „Oh mein Gott.“ „Ganz ruhig, ich mach das schon.“ „Wie kannst du sowas nur, dass habt ihr in der Army bestimmt nicht gelernt?“ „Nein, natürlich nicht, aber das kann ich von der Jagd.“ „Mhm…manchmal machst du mir Angst.“ „Wieso?“ „Weil du so rau sein kannst, dir hat es nichts ausgemacht Frank zu töten.“ „Oh doch, sehr sogar, aber das zählt gerade alles nicht, es geht hier um unser Überleben. Du siehst doch selbst, dass diese Menschen nicht mehr zu retten sind. Und….das war nicht mehr Frank, das war eine fleischliche Hülle, mit seinem Gesicht.“ „Und deine Mum?“ Traurig seufzt sie vor sich hin, eine Träne läuft ihre Wange hinab. „Du hast es selbst gesehen oder? Das hohe Fieber hätte sie getötet und dann wird sie auch so etwas.“ Mit voller Wucht fährt sie auf eines dieser Monster drauf und der Mann fliegt über die Windschutzscheibe und rollt wieder hinunter. „Aber wieso hast du sie nicht getötet?“ „Ich…“ „Du konntest es nicht.“ „Mhm…“ „Sie wird aber ausbrechen, das ist dir bewusst oder?“ „Ja.“ „Wirst du sie dann töten?“ „Ich weiß es nicht.“ Mit einer scharfen Rechtskurve driftet sie auf die Einfahrt des Anwesens hoch, hier sind noch nicht so viele dieser Menschen. „Paps?“ Schreiend läuft sie durch das Haus, bis sie hinaus in den Garten sieht, dort steht ein Helikopter um ihn herum ihre Familie. „Da bist du ja endlich.“ Tom schließt sie in seine Arme, kurz erwidert sie es sogar, dann sieht sie ihren Vater an. „Wir müssen Mama rausholen.“ „Nein, es gibt keine Rettung mehr für sie, wir werden jetzt nach Camp David fliegen, dort ist für alle Senatoren und andere wichtige Leute mit Familie eine Unterkunft.“ „Ok.“ Ihr Vater sieht auf Mary-Ann und schüttelt den Kopf, dann schaut er auch seine Tochter an und seufzt. „Es tut mir leid, aber ihr beiden könnt nicht mit.“ „Wie bitte?“ Raven, Mary-Ann und Tom sehen ihn entgeistert an, Raven versteht schnell und ist wütend. „Was? Das ist der tolle Plan? Wirklich jetzt?“ „Du warst in der Army, du müsstest das verstehen.“ „Ich bin deine Tochter und viel wertvoller als diese drei Kerle da.“ Wütend zeigt sie auf ihre schmächtigen Brüder die sehr verängstigt wirken. „Das weiß ich und genau deswegen kann ich dich ohne schlechtes Gewissen hier lassen.“ „Warten sie, wie meinen sie das?“ Mary-Ann sieht den Vater ihrer besten Freundin verängstigt und entgeistert an. „Meine Tochter ist stark, klug und einfallsreich, ihr werdet das schon überleben. Dann könnt ihr nachkommen und ich werde versuchen euch in das Camp zu bringen, versprochen.“ Er nimmt die Männer mit und einer nach dem anderen steigen sie in den Helikopter. „Tom? Siehe unsere Verlobung hiermit für nichtig erklärt.“ Wütend wirft sie den Diamantring in den Heli, der junge Mann sieht sie traurig an. „Er hätte endlich mal beweisen können, dass er mich liebt.“ „Darüber ärgerst du dich??? Hallo? Wir sind allein unter Beißern.“ „Beißer?“ „Passt doch oder?“ „Irgendwie schon.“ „Was machen wir jetzt?“ „Wegrennen und Rache.“ „Rache?“ „Mein Vater wird das büßen.“ „Kannst du mir erklären, warum er das gemacht hat?“ „Nachher, jetzt müssen wir erstmal packen.“ Sie rennt ins Haus und Mary-Ann folgt ihr im Keller schiebt sie einen Schrank weg. „Ist das dein Ernst?“ „Natürlich, sowas muss man gut verstecken.“ Hinter dem Schrank sieht man nun eine Tür, Raven macht sie auf und schnappt sich direkt einen großen Sack. Nach und nach landen dort Waffen, Magazine, Konserven und Verbandsmaterial. „Du bist gut ausgestattet.“ „Mein persönlicher Panikraum.“ „Nicht für deine Familie?“ „Nein, höchstens für Mama.“ „Du wusstest, dass er uns hier lassen würde oder?“ „Nachher ja? Ich will darüber gerade nicht nachdenken, wenn ich mich konzentrieren muss.“ Mary-Ann nickt und hält still die Tasche auf, bei jedem Geräusch im Haus zuckt sie zusammen. „Gut, jetzt noch ein paar Klamotten und dann können wir los.“ „Zum Glück haben wir die gleiche Größe.“ Sie lassen die Säcke in der Eingangshalle liegen und rennen hinauf in den ersten Stock. Schnell sind zwei Wanderrucksäcke gefunden, die mit allerlei Kleidungsstücken bepackt werden. An ihrer Schmuckschatulle bleibt Raven stehen und öffnet sie vorsichtig. Schnell und ohne, dass Mary-Ann es merkt, nimmt sie eine goldene Herzkette heraus und hängt sie sich um. „Wir brauchen noch Geld.“ „Wird uns nicht viel nützen, aber ich habe genug dabei.“ „Gut.“ Als sie wieder hinunterlaufen sehen sie, dass ein paar der Beißer sich an der Tür zu schaffen machen, als sie sie erblicken werden sie um einiges aggressiver. „Du sagst mir bitte, dass wir von hier aus in die Garage kommen oder?“ „Natürlich.“ Sie biegen rechts ab und stehen vor einer kleinen Tür, vorsichtig öffnet Raven diese, das Tor ist zum Glück zu. „Wir nehmen den großen Jeep, mach mal den Gepäckträger hinten auf.“ „Wieso?“ „Weil wir meine Maschine mitnehmen.“ „Bist du des Wahnsinns?“ „Ich lass die nicht hier, dass kannst du vergessen.“ Wiederwillig hilft Mary-Ann ihrer besten Freundin. „Hast du schon mal Benzin abgezapft?“ „Nein?“ „Dann bring ich dir das jetzt mal bei.“ Die beiden zapfen aus den anderen vier Fahrzeugen das Benzin ab und verstauen es im Kofferraum, dann steigen sie ein. „Was erwartet uns da draußen?“ „Ich weiß es nicht Mary.“ „Passt du auf mich auf?“ „Natürlich, ich werde nicht zulassen, dass dir was geschieht.“ „Danke.“ Raven betätigt die Fernbedienung für das Garagentor und langsam geht es auf, vor ihnen stehen viele der Beißer. „Oh Gott, ist das etwa Michelle?“ „Jap.“ Raven tritt das Gaspedal voll durch und rast durch die Menge, dann dreht sie nach links ab und fährt auf den Highway zu. „Wo willst du hin?“

„Atlanta.“


Happy Halloween!!!
Ich dachte mir, nachdem die vielen (von mir gewünschten) Termine nicht einzuhalten waren, nehme ich den besten Termin für diese neue FanFiktion...und das ist und bleibt nun mal Halloween!! 
Also meine Lieben, kurz um...diese Story liegt mir verdammt am Herzen, denn sie ist einer absolut wunderbaren jungen Dame gewidmet....Sie hat mich zu dieser Serie und auch generell zu dem Genre Horror gebracht :) Und wegen ihr habe ich mit den Ü-18-Geschichten angefangen...also was blieb mir anderes übrig, als genau diese FF für sie zu schreiben? Liebe Sara/Coon/MissEustass/Vize oder einfach...kleine Schwester....diese FF und Daryl sind ganz alleine dir gewidmet :) Ich hoffe sie wird euch genauso gut gefallen wie mir. Viel Spaß beim weinen, lächeln, schwärmen, träumen mit meinem neusten Projekt ;) Jeden Samstag um 22:00 Uhr

Eure Sasa




The Walking Dead – Fan Fiktion

Love till someone gets bitten!





-Kapitel I-


Die Ruhe vor dem Sturm!





Gelangweilt sitzt Raven bei den Schwestern und hört dem Klatsch zu. Die junge Ärztin ist wirklich froh, dass diese sie akzeptieren. Was ja wirklich eine Seltenheit zwischen Ärzten und Schwestern ist, Mary-Ann sieht sie fragend an. „Raven? Bist du noch da?“ „Wie bitte? Entschuldige ich war gerade in Gedanken.“ „Bei dem armen Polizisten?“ „Redet ihr von Rick Grimes?“ Eine der anderen Schwestern dreht sich zu ihnen um und schaut betrübt. „Ja, gibt es schon was Neues?“ „Das müsstest du ja eigentlich besser wissen oder nicht?“ „Ich weiß, aber ich musste die letzten Tage viel in der Notaufnahme aushelfen.“ „Sein Zustand ist immer noch unverändert.“ „War seine Frau mittlerweile da?“ „Ja, eine wirklich Hübsche und einen richtig süßen Sohn haben sie.“ „Hoffentlich wird alles wieder gut, immerhin ist er einer von den Guten.“ „Bestimmt, ihr habt ihn ja sofort operiert und du hast dich um alle Medikamente sorgfältig gekümmert.“ Auf einmal ertönt die schrille Stimme von Esmeralda aus der Notaufnahme. „Dr. McKenzie bitte sofort in die Notaufnahme.“ „Das war es dann mit der Ruhe. Bis später.“ Die Schwestern winken ihr noch kurz zu und dann sprintet sie in das Erdgeschoß des großen Krankenhauses. Wie immer am Wochenende, ist hier die Hölle los, hauptsächlich kleine Unfälle, aber ab und an auch Größeres. „Dr.? Hier entlang, ist ein komischer Kauz.“ „Die meisten, die hier her kommen, sind komisch, da sie Schmerzen haben.“ Kopfschüttelnd nimmt sie sich die Akte und studiert kurz die Vorgeschichte, dieses Mal könnte die Schwester Recht haben. In dem sterilen Raum sitzen zwei Männer, beide schauen etwas grimmig. Sie bemerken sie gar nicht in ihrer Diskussion und sie hört still zu. „Was soll der Scheiß Merle?“ „Du bist ernsthaft verletzt und das sollte man sich vielleicht doch anschauen, bevor wir losziehen.“ „Das ist nur ein Kratzer verdammt.“ „Halts Maul Daryl.“ „Entschuldigung?“ Raven setzt ihr nettestes Lächeln auf und wartet auf eine Reaktion der beiden, doch Fehlanzeige, sie diskutieren weiter. Das junge Mädchen legt den Kopf schief und beobachtet sie noch eine Weile, dann wird sie wütend. Immerhin ist sie hier die Ärztin, sie will ja nur helfen und es warten ja noch mehr Menschen auf sie. Aber auch der zweite Versuch der Kontaktaufnahme scheitert, dann reicht es ihr. „Jetzt halten sie aber beide Mal die Klappe verstanden. Das ist ja nicht auszuhalten mit ihnen.“ „Und wer bist du denn?“ Der junge Mann auf der Liege sieht sie musternd mit hochgezogener Augenbraue an. „Ihre Ärztin.“ „Nie im Leben, dafür bist du zu jung.“ Raven schaut nochmal auf seine Akte und sieht sein Alter, er hat eigentlich Recht, sie ist immerhin sieben Jahre jünger als er. „Nein Mr. Dixon, es ist alles eine Frage des Elans.“ Merle verdreht die Augen und lacht dann laut los. „Na viel Spaß mit dem Schneckchen Daryl.“ Der große Mann verlässt das Zimmer und knallt die Tür hinter sich zu. Neugierig beobachtet sie nun den jungen Mann vor sich, er sieht gar nicht so schlecht aus. „Was ist?“ „Nichts.“ Seufzend legt sie die Akte auf die Seite und schaut sich nun seinen Arm an, mittlerweile tropft das Blut auf den Boden. „Wie haben sie das angestellt?“ „Training.“ „Was für eine Art Training?“ „Bogenschießen.“ „Wie bitte?“ „Bist du schwer von Begriff?“ Langsam ärgert sie sich über sein Verhalten und seine Respektlosigkeit und schüttelt nur den Kopf. „Wie kann man sich beim Bogenschießen verletzen?“ „Indem der eigene Bruder einen abknallt.“ „Achso, natürlich, ist ja auch selbstverständlich.“ Frech grinst sie ihn an, er muss automatisch das Grinsen erwidern. „Du scheinst Humor zu haben.“ „Ein bisschen ja, anders überlebt man es hier nicht wirklich.“ „Dr. McKenzie….“ Neugierig liest er ihren Ausweis und begutachtet dabei ihre Brüste, sie sieht ihn an und zieht die Augenbraue hoch. „Hast du auch einen Vornamen?“ „Ich glaube kaum, dass sie das was angeht.“ „Na komm schon Kleines.“ Seufzend schüttelt sie den Kopf und desinfiziert seine Wunde, sie merkt, wie er kurz zusammenzuckt. „Wir müssen das wohl nähen. Ich werde mal meinen Kollegen holen.“ „Kannst du das nicht auch?“ „Eigentlich schon…“ „Aber?“ „Nichts nichts…“ „Wie heißt du?“ „Raven.“ „Interessanter Name.“ „Danke.“ Sie beugt sich zu dem unteren Schrank und holt die Utensilien heraus. Raven spürt wieder seinen Blick auf sich, manchmal hasst sie es wirklich, doch sie dreht sich mit einem Lächeln um. „Also Daryl, darf ich dich mal was fragen?“ „Ah, das Eis ist gebrochen.“ Charmant lächelt er sie an und beobachtet die Nadel, die sie bereit macht. „In deiner Akte sind viele Einträge, die doch etwas seltsam klingen.“ „Inwiefern?“ Raven nimmt die Akte und liest ihre persönliche Top Ten vor, der braunhaarige Mann lacht laut. „Das was du da liest ist mein Leben, ich bin ein Jäger.“ „Manche würden es auch ein Hinterwäldler Leben nennen.“ „Findest du?“ „Ja, wenn ich mir auch so deinen Körper ansehe…da wurde viel selbst geflickt oder?“ „Aha nun beobachtest du mich also schon.“ Er grinst wieder anzüglich und leckt sich über die Lippen. Raven erwischt sich dabei, wie sie Rot wird und dreht ihm den Rücken zu, wieder lacht er. Dann dreht sie sich wieder um und fängt an zu nähen, seine Haut fühlt sich warm und weich an, was man bei der rauen Schale gar nicht vermuten würde. Auch Daryl beobachtet sie und sein Blick gleitet zu ihren schmalen Fingern, dort sieht er einen Ring. „Du bist verlobt?“ Eine unangenehme Stille drängt sich nun in den kleinen Raum, er beobachtet sie nun genau. Ihr Blick ist sehr traurig, aber auch ernst, seine Neugier ist geweckt. „Ja bin ich.“ „Glücklich?“ Bevor sie antworten kann, geht die Tür auf und ein hochgewachsener drahtiger gepflegter Mann steht in der Tür. „Da bist du ja Schatz. Ich wollte fragen, ob du heute Abend nun mitgehst zu der Gala?“ „Da mir ja nichts anderes übrig bleiben wird?“ „Dein Vater freut sich doch schon darauf, uns endlich vorzustellen.“ „Du weißt, dass ich diese feinen Galen nicht mag und es weiß doch eh schon jeder, dass wir verlobt sind.“ „Aber jetzt ist es halt noch einmal offiziell, so ist das nun mal, wenn man zur Elite gehört Raven.“ Erst jetzt begutachtet Tom den Mann auf der Liege, sein Blick sagt schon alles. Daryl zieht die Augenbraue hoch und kann nicht glauben, dass so eine tolle Frau mit dem da verlobt sein soll. „Dann lass ich dich mal alleine mit deinem Patient.“ Tom schließt wieder die Tür, schaut aber noch einmal besorgt auf seine Verlobte, diese lächelt aber nur. „Er hat Angst um dich oder?“ „Ja, immer.“ „Sehe ich so gefährlich aus?“ „Für mich nicht, aber auf andere wirkst du wohl so.“ Stolz grinst Daryl und Raven muss anfangen zu lachen, er ist wirklich anders als die anderen Männer, die sie so kennt. „So dann mache ich dir noch einen Verband drum.“ „Ok, muss ich da irgendwas beachten?“ „Als ob du das wirklich machen würdest.“ „Du kannst mit einem Skalpell umgehen, vor dir sollte man Angst haben.“ „Ich nehme das mal als Kompliment.“ „Solltest du auf jedenfall.“ Er lächelt sie an, sie erwidert es, dann hören sie von draußen einen Tumult. Schnell drückt sie den Verband fest und gibt ihm ein paar Mullbinden in die Hand. „Täglich wechseln verstanden? Und wenn es weh tut oder du eine Entzündung siehst, kommst du wieder ja?“ „Gerne doch.“ Neugierig folgt er ihr aus dem Behandlungszimmer auf den ebenfalls sterilen Flur. Dort stehen Merle und Tom und scheinen miteinander zu diskutieren, Tom hat einen hochroten Kopf. „Tom? Alles in Ordnung?“ „Dieser Hinterwäldler erzählt doch tatsächlich rum, dass du was mit diesem anderen da hast.“ Wütend sieht er sie an, ihr Blick gleitet unterdessen zu Merle, der aber seinen Bruder angrinst. Daryl grinst ebenfalls, schüttelt aber den Kopf, anscheinend hatte er sie deswegen alleine gelassen. Seufzend massiert sich Raven mit zwei Fingern die Stirn und schaut ihren Verlobten an. „Glaubst du auch wirklich alles, was man dir erzählt?“ Erstaunt schaut Daryl nun zu ihr hinunter, sie ist ein gutes Stück kleiner als er. „Muss eine Frau gleich mit jedem Kerl was haben, den sie verarztet? Manchmal frage ich mich wirklich, warum du um meine Hand angehalten hast, wenn du mir so sehr misstraust.“ Wütend geht Tom weg und lässt sie mit einer gaffenden Meute und den beiden Brüdern zurück. Seufzend sieht sie ihm hinterher, dann dreht sich ihr Kopf ganz langsam Stück für Stück zu Merle. „Jetzt mal zu dir Merle….“ „Oh sie duzt uns jetzt schon?“ „Jap.“ „Was sollte der Scheiß bitte?“ „Naja…“ Der große Mann scheint doch etwas eingeschüchtert zu sein, er hätte wohl nicht gedacht, dass sie sich überhaupt wehrt. „Kommt mit.“ Raven öffnet die Tür zu einem der Besprechungszimmer, es muss ja nicht die komplette Belegschaft darüber Bescheid wissen, wütend knallt sie die Tür zu. Daryl setzt sich wieder auf eine Liege und beobachtet seinen Bruder und die hübsche Brünette. „Bekomme ich eine Erklärung?“ „Naja…wie soll ich das sagen…“ „Pass auf, was du sagst, sie ist gut mit dem Messer.“ Daryl scheint sich aus der ganzen Situation einen Spaß zu machen, nur Raven findet das gar nicht lustig, sie ist ja dann die Leidtragende. „Ich dachte nur, dass meinem Bruder ein Mädchen mal wieder gut tun würde.“ Schulterzuckend lehnt er sich gegen die Wand und schaut sie an, Raven weiß gerade nicht, was sie denken soll. „Ich bin in deinen Augen nur ein Objekt oder?“ Daryl zieht scharf die Luft ein und beobachtet die beiden ganz genau, er spürt, wie die Stimmung zu kippen beginnt. Er traut dem zierlichen Mädchen viel zu, aber Merle ist nicht gerade für seine Gnade bekannt, egal wem gegenüber. „Natürlich, ihr Frauen seid nur für eine Handvoll Dinge gut.“ Wut blitzt in Ravens Augen auf und sie geht auf Merle los, nur leider ist dieser nicht zimperlich und schlägt sie mitten ins Gesicht. Daryl springt auf und geht dazwischen, da er nicht weiß, wen von beiden er festhalten soll stellt er sich einfach vor Raven. „Ganz ruhig Merle, das gibt nur Ärger.“ „Das Miststück ist auf mich losgegangen.“ „Du hast sie ja auch beleidigt.“ „Wieso nimmst du sie in Schutz?“ „Weil wir nicht noch mehr Ärger gebrauchen können, also verpiss dich jetzt, ich klär das.“ Merle verlässt fluchend das Zimmer, draußen brüllt er noch etwas rum, dann ist Stille, Daryl dreht sich zu dem geschlagenen Mädchen um. „Alles in Ordnung?“ „Seh ich so aus als wäre alles in Ordnung?“ „Nein, deswegen frage ich ja.“ Fluchend geht sie zum Spiegel und schaut sich ihre Wange an, sie sieht, wie er sie beobachtet. „Kann ich was machen?“ „Die Klappe halten?“ „Raven…es tut mir leid, aber wie du siehst, hat nur er so gedacht.“ „Da bin ich mir nicht sicher…“ „Du meinst wegen meinen Blicken?“ Sie dreht sich um und schaut ihm tief in die blauen Augen, er grinst sie an und zwinkert ihr zu. „Hör zu, vielleicht war es meine Absicht, aber ich habe deinen Ring gesehen und es gibt sogar bei mir Grenzen.“ „Das soll eine Grenze für dich sein?“ Sie betont diesen Satz ganz genau und man sieht, dass er sich fast etwas verletzt fühlt. „Na komm, so ein schlimmer Hinterwäldler bin ich jetzt auch wieder nicht. Setz dich mal hin.“ Seufzend macht sie, was er sagt und setzt sich auf die Liege. Er holt ein Pflaster und etwas Desinfektionsspray und kümmert sich um ihre Wange. „Bist du immer so?“ „Wie?“ „Na so nett.“ „Nein, eigentlich nicht, aber irgendwie bist du nett und anders als die Ärzte, die man so kennt.“ „Du willst dich also mit mir guthalten, falls dein Bruder mal wieder auf die Idee kommt, dich mit einem Pfeil oder sonst was zu durchbohren?“ „Richtig.“ Er streicht ihr kurz über die Wange und sie wird feuerrot und fängt an zu stottern. „Sag bloß ich mache dich verlegen?“ „Keine Ahnung, NEIN!“ „Wenn ich das fragen darf, was findest du eigentlich an diesem Tom?“ „Darfst du nicht und jetzt?“ „Gut dann lass mich meine Vermutung aussprechen.“ „Wenn es denn sein muss.“ Er setzt sich neben sie auf die Liege und schaut sie prüfend an, dann redet er los. „Du bist nur mit ihm zusammen aus irgendwelchen familiären oder gar politischen Gründen und liebst ihn gar nicht richtig?“ „Dich kann man wirklich nicht als Hinterwäldler bezeichnen.“ „Danke, also ist was dran?“ „Irgendwie ja…keine Ahnung, ich glaube nicht, dass ich mit dir darüber reden sollte.“ „Warum?“ „Weil wir uns nicht kennen?“ Lachend kneift sie ihn in den Oberarm, er lächelt sie an und steht auf. „Du hast Recht, dann hau ich mal ab und verschwinde wieder aus deinem Leben.“ „Bis dich der nächste Pfeil trifft?“ „Hoffentlich.“ Mit einem Zwinkern und einem atemberaubenden Lächeln verschwindet er und schließt leise die Tür. Nachdenklich und etwas frustriert beendet sie ihre Schicht in der Notaufnahme und geht wieder hinauf auf ihre Station. Die Schwestern stehen alle beisammen hinter dem Tresen und schauen in das Zimmer von Rick Grimes. „Ist alles in Ordnung?“ „Ohja, schau doch mal, wer da zu Besuch ist.“ Sie schaut in das Zimmer und dort steht ein großer muskulöser Mann in Uniform, sie erkennt ihn wieder, es ist der Kollege Shane Walsh. Sie versteht gar nicht, was die anderen Frauen so toll an ihm finden, ihr kommt er etwas seltsam vor, geheimnisvoll und gefährlich. Dennoch geht sie zu ihm, sie wollte ja sowieso nach Rick sehen, die andere Frauen fangen an zu tuscheln. Unter ihnen ist es ein offenes Geheimnis, dass sie unglücklich mit ihrer Verlobung ist, genervt schließt sie die Tür. „Hallo.“ „Oh hallo Dr. McKenzie. Wie geht es ihnen?“ „Ganz gut soweit, aber ich glaube sie interessiert eher sein Gesundheitszustand oder?“ „Eigentlich schon, ich muss überlegen, was ich Lori sage.“ „Seine Frau richtig?“ „Ja.“ „Naja, die Werte sind besser als erwartet, aber leider ist das Koma unverändert.“ „Sagen sie, haben sie von den seltsamen Fällen in den Großstädten gehört?“ „Ja, wieso?“ „Kann so etwas auch Rick passieren?“ „Ich werde mich hüten, dass er mir unter den Händen wegstirbt.“ „Danke Doktor.“ „Nichts zu danken, dass ist immerhin mein Job.“ „Danke, sobald sich etwas ändert, können sie mich jederzeit anrufen, oder wenn sie einfach reden wollen.“ Er gibt ihr eine Visitenkarte, tippt sich an den Hut und verlässt das Zimmer, irritiert sieht sie auf die Karte, der Tag wird ja immer besser. „Oh man Rick, irgendwie beneide ich dich gerade sehr, dass du hier nichts mitbekommst und mit niemandem reden musst.“ Niedergeschlagen geht sie raus und schließt leise die Tür, Mary-Ann wartet schon auf sie und gemeinsam laufen sie zu den Umkleiden. „Freust du dich schon auf heute Abend?“ „Ich weiß es nicht, heute war wirklich ein komischer Tag.“ „Du meinst komischer als sonst im Leben der Raven McKenzie?“ „Ohja…hast du das von Mary noch nicht erzählt bekommen?“ „Natürlich, du kennst sie doch. Aber ich lasse mir sowas lieber von dir erzählen, also dieser Daryl…was war da?“ Raven setzt ihre beste Freundin über die komplette Situation ins Bild, diese lacht einfach nur. „Das ist typisch dein Leben Raven.“ „Irgendwie schon, aber mich nervt das mit Tom einfach.“ „Das er dir nicht vertraut?“ „Ja.“ „Ich verstehe ihn ziemlich gut.“ „Wieso?“ „Du bist eine tolle Frau und viel zu gut für ihn, er weiß ja, dass du gegen diese Verbindung warst und ihn nicht wirklich liebst. Da ist es ja verständlich, dass er Angst hat, dass du jemand anderen haben könntest. Ich glaube er macht sich aber auch mehr Sorgen um sein Ansehen, als um eure Beziehung.“ Raven seufzt vor sich hin und zieht sich um, Mary-Ann lächelt sie entschuldigend an. „Du hast ja Recht, aber ich dürfte das doch eh nicht entscheiden, mit wem ich lebe.“ „Würdest du denn so einen Hinterwäldler wollen?“ „Ist er ja nicht, er ist Jäger.“ „Das ist fast dasselbe.“ Raven verdreht genervt die Augen und zieht ihre Pumps an, so ist sie wenigstens gerade mal 1,68 groß. „Süße nicht jeder steht auf sowas, so wie du. Es wundert mich eigentlich sowieso, dass dein Vater dir so eine niedrige Stellung gibt, du bist eindeutig das Männlichste seiner Kinder.“ „Danke Mary.“ Ihre Freundin lächelt sie breit an, Raven denkt darüber nach, irgendwie hat sie Recht, sie hat zwar noch drei Brüder, aber die kann man nicht gerade als männlich bezeichnen. „Also, was ziehst du heute Abend eigentlich an?“ „Tom hat mir ein Kleid anfertigen lassen, das muss man ihm ja eigentlich hoch anrechnen, Geschmack hat er.“ „Ist es Rot?“ „Ja, wie eine Rose, ärmellos und bodenlang.“ „Wow, schade, dass ich nicht dabei sein kann.“ „Ich wäre lieber mit euch bowlen gegangen glaub mir.“ „Genieß den Abend als Prinzessin, du bist immerhin dort die wichtigste Frau neben deiner Mutter.“ „Mhm…danke lass mal.“ „Du kannst es nicht genießen, dass dein Vater dieses Amt inne hat oder?“ „Nein, ganz und gar nicht…“ „Mensch Raven du bist die Tochter des Gouverneurs, das ist einfach mega cool.“ „Aber es bringt mir nichts, jeder sieht mich als so jemanden an, der ich gar nicht bin.“ „Wie denn?“ „Ich bin keine von diesen Tussen, die nur stundenlang vorm Spiegel stehen, sich für jede Diät interessieren und nur shoppen. Verdammt ich habe einen Doktortitel, bin am zweiten dran und habe eine militärische Ausbildung!“ Gemeinsam laufen sie in die Tiefgarage, Mary-Ann fährt einen VW Käfer in feuerrot und Raven läuft zu ihrer Ducati Monster. Sie schiebt die große Maschine zu dem roten Wagen und stellt sie vorsichtig hin, dann lehnt sie sich gegen das Auto. „Willst du nicht einfach mal heute Abend ich sein?“ „Nein, ich gönn dir deinen Spaß.“ Grummelnd verabschiedet sie sich von ihrer besten Freundin und steigt auf die Maschine, dann setzt sie ihren Helm auf, winkt noch einmal und lässt die Maschine aufheulen. Rasant fährt sie aus der Garage hinaus und auf die Straße, natürlich ertönen sofort Hupen, aber Raven hält nicht viel von Verkehrsregeln. Das ist vielleicht doch der einzige Vorteil, dass sie nie in Schwierigkeiten stecken wird, da ihr Vater der Chef hier ist. Immerhin fährt sie zwar rasant aber dennoch wachsam, wie ein roter Blitz rast sie über die Straße bis in das Villenviertel der Stadt.

- Kapitel XXXIX - 

„Sasa bitte.“ „Ach Mario, was soll ich da noch großartig reden?“ „Komm mit nach Hause, er wird zwar da sein, aber bitte.“ „Mario…ich will ihn nicht sehen.“ „Du liebst ihn, das sieht man doch.“ „Natürlich liebe ich ihn, ich liebe ihn so sehr, dass es weh tut.“ „Dann lass ihn nicht gehen verdammt nochmal, er ist doch dein Traummann.“ „Aber er hat sie geküsst.“ „Sasa, verzeih es ihm.“ Seufzend gehe ich in das Gästezimmer und packe langsam meine Tasche. „Ich gehe mit, aber ich werde nicht mit ihm reden ja?“ „Na in Ordnung.“ „Ich weiß was du denkst, aber das mache ich nicht.“ Nun seufzt Mario und lässt sich auf mein Bett fallen, er schaut mich traurig an. „Ich will aber nicht, dass du unglücklich bist.“ „Ich ziehe das Pech halt irgendwie magisch an.“ „Das könnte sogar gut sein, aber wir gehen jetzt erstmal nach Hause.“ „Ist Misha denn da?“ „Natürlich und es ist noch jemand da.“ Er grinst breit, neugierig sehe ich ihn an. „Tante Maria hat etwas erlaubt und Roland auch.“ „Nein.“ Freudig schaue ich ihn an, ich kann gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Endlich wohnen wir alle zusammen, das wird einfach super. „Lässt du mich an deinen Gedanken teilhaben?“ Gemeinsam laufen wir die Strecke von Rafael zu uns, es sind ja nur acht Kilometer. Diese merkt man aber nicht, da sie durch die Einkaufsstraße gehen. Daheim angekommen steht wie schon vermutet Castiel vor der Tür. Mario geht schon hoch und ich stehe mit ihm alleine da, sein Blick ist leer. „Cas…kannst du mich wenigstens verstehen?“ „Ja sehr gut sogar, aber bitte lass sie nicht gewinnen.“ „Und wie stellst du dir das jetzt vor? Dass ich das einfach vergesse und wieder auf glücklich mache?“ „Natürlich nicht, ich verstehe ja, dass du gekränkt bist und verletzt. Aber wenn ich weiß, dass ich dich irgendwann wiederhaben darf…dann bleibe ich auch hier.“ „Würdest du etwa wirklich mit ihr mitgehen?“ „Ich weiß es nicht, immerhin hätte ich niemanden mehr hier.“ „Lys? Die Jungs? Die Band?“ „Denkst du da würde jemand noch privat was mit mir machen? Immerhin sind alle mit dir und auch mit deinen Freundinnen zusammen oder befreundet. Da hätte ich niemanden mehr, da könnte ich auch genauso gut mit ihr mit.“ „Und ihr das geben, was sie will.“ „Das wäre dann wohl so ja, aber dann könnte ich wenigstens meinem Hobby nachgehen.“ „Und sie hätte dann dich.“ „Sie wird mich nie so haben, wie sie es will.“ Ich ziehe eine Augenbraue hoch, so ganz kann ich ihm nicht glauben. „Sasa, egal ob du mich wieder willst oder nicht, ich werde dich immer lieben. Bei mir sind das keine leeren Worte sondern die Wahrheit, du wirst immer die Eine für mich sein.“ „Castiel…“ „Nein, du musst mir das glauben, ich habe so lange um dich gekämpft, da gebe ich jetzt nicht auf.“ Kurz muss ich nun doch lächeln, auch er lächelt nun. Still stehen wir uns gegenüber und können einfach nur lächeln anstatt zu reden. „Ich gehe dann mal hoch, es ist ziemlich kalt.“ „Ja, ich werde dann auch mal gehen. Wenn etwas ist…melde dich ja?“ „Ja.“ Ich will schon gehen, doch dann spüre ich, wie er meine Hand festhält. Durch meinen Körper zuckt es, ein wohlig warmes Gefühl durchfliest ihn. Dann zieht er mich in seine Arme, sein Gesicht vergräbt er in meinen dunklen Locken. „Übrigens, das schwarz steht dir sehr gut.“ „Danke.“ „Hast du das wegen mir gemacht?“ „Indirekt ja.“ „Das Rot hat mir aber auch gefallen.“ Er küsst meine Stirn und geht dann, es wird windig und langsam fängt es an zu regnen. Ich bleibe noch lange dort stehen, selbst, als ich ihn schon nicht mehr sehen kann. Seufzend schließe ich die Tür auf und laufe die Treppen hinauf, meine Schuhe sind so durchnässt, dass sie quietschen. Oben angekommen öffne ich auch diese Tür und schließe sie wieder leise. Dennoch haben mich die anderen gehört und stehen neugierig im Flur. Doch die Gesichter werden länger, als sie sehen, dass ich alleine bin. „Ihr seid nicht wieder zusammen.“ Misha sieht mich traurig an, ich habe sogar Angst, dass sie anfängt zu weinen. „Nein, so schnell wird das auch nicht gehen.“ „Aber ihr habt miteinander geredet.“ „Mehr oder weniger.“ „Erzähl.“ „Darf ich mich erst mal umziehen? Ich bin durchnässt, falls es euch noch nicht aufgefallen ist.“ Grinsend machen sie mir den Weg frei, kopfschüttelnd laufe ich in mein Zimmer. Die Tasche lasse ich im Ankleidezimmer fallen und ziehe mich aus, danach nehme ich eine Jogginghose und einen Pullover hervor. Schnell ziehe ich noch die Socken an und schnappe mir ein frisches Handtuch für meine Haare. Auf der Couch sitzen sie schon alle und warten gespannt. „Also erzähl, was ist nun bei euch los?“ „Keine Ahnung, ich habe halt gemeint, dass ich ihm nicht so schnell verzeihen kann.“ „Weiter.“ „Er wollte halt wissen, ob ich ihn irgendwann wiederhaben will. Was ja vielleicht seien kann, keine Ahnung, naja er will dann hier bleiben.“ „Also nicht mit Debrah weg?“ „Nein, er wäre aber wohl gegangen, weil er denkt, dass dann niemand mehr was mit ihm zu tun haben will.“ „Aber die Band?“ „Ja außerhalb der Band halt, weil wir ja alle miteinander befreundet sind.“ „Mhm, da hat er ja eigentlich gar nicht so unrecht oder?“ „Nein…“ „Ja und weiter, du bist nämlich etwas gerötet, also war was.“ „Was? Nein.“ „Lüg nicht, dass kannst du einfach nicht gut.“ „Naja, also er hat mich in den Arm genommen und meine Stirn geküsst.“ Die Mädels fangen an zu quietschen, die Jungs grinsen nur. „Sag mal Sasa, hast du denn Hunger?“ „Ein bisschen ja.“ Mario schnappt sich das Telefon und ruft bei Luciano an, natürlich braucht er keine Bestellung mehr durchgeben. Nur die Menge muss geändert werden, wir bestellen ja sowieso immer das Gleiche. Armin holt ein paar Gläser aus der Küche und Lysander verschiedene Getränke aus der Vorratskammer. Misha und Draguna bleiben bei mir auf der Couch sitzen und beobachten mich genau. „Nimm ihn wieder zurück ja?“ Erstaunt sehe ich die beiden an, kurz muss ich lächeln. „Wahrscheinlich schon, keine Sorge, aber es tut einfach weh.“ „Klar, aber die blöde Kuh darf nicht gewinnen.“ „Genau, wir müssen sie jetzt erst mal richtig fertig machen.“ „Wie willst du das hinbekommen?“ „Na bei der Wohltätigkeitsveranstaltung.“ „Vergesst es, das können wir nicht bringen! Madame Dupont wird uns umbringen oder der Schule verweisen.“ „Nein wird sie nicht, denn ich habe einen ganz tollen Plan.“ Wir stecken die Köpfe zusammen und Misha weiht uns beide ein, wir grinsen nur um die Wette. „Was tuschelt ihr denn da?“ „Gar nichts Lys.“ „Weiber mhm?“ Armin lässt sich neben den Silberhaarigen auf die Couch fallen und lacht, Lysander nickt nur und seufzt. „Bringt euch aber nicht in Schwierigkeiten ja?“ Wir nicken nur und er seufzt noch mehr, manchmal glaube ich, dass er es sehr bereut uns zu kennen. Eine Stunde später klingelt es und unser Essen kommt. Einträchtig sitzen wir alle zusammen da, ich komme mir sehr blöd zwischen den ganzen Pärchen vor und vermisse ihn sehr. „Das wird schon wieder keine Sorge.“ Lysander lächelt mich zuversichtlich an, ich nicke nur und bringe ein gequältes Lächeln hervor. Gegen Mitternacht trennen wir uns alle und jeder geht in sein Zimmer, ich werfe mich ins Bett und weine leise vor mich hin.

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